Engadin Nationalpark – Umrundung in 3 Tagen

Es war einmal im August 2009. Die Gelegenheit ist günstig, die Hitze im Flachland unaushaltbar. Also ab in die Höhe, wo das Atmen wieder leichter fällt. Drei aussergewöhnliche Tage warten auf uns. Die Umrundung des berühmten Nationalparks im Engadin will erkundet werden. Da wir uns, wie allseits bekannt, zu den Genussbiker zählen, biken wir diese nicht in einem, sondern in 3 Tagen. So können wir die wunderschöne Landschaft im Engadin in vollen Zügen geniessen. Ruedi hat das Gesamtpaket gebucht, dass beinhaltet 2 Hotelübernachtungen plus den Gepäcktransport. Wir schreiben das Jahr 2009 und sind somit noch nicht im Zeitalter der GPS-Navigation angekommen. Wir folgen der Ausschilderung 444.

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Tag 1: Ardez – Tschierv

1.Tag

Als Startort wurde uns Ardez zugewiesen. Im Hotel konnten wir unsere Taschen abgeben. Denn die müssen an diesem Tag nach Tschierv transportiert werden. Wir sind gespannt, ob dieses Vorhaben denn auch wirklich klappen wird.

Nationalpark Bike 001 Nationalpark Bike 003 Nationalpark Bike 011 Via Ftan treffen wir in Scuol ein, wo wir noch beim Tourismusbüro vorbei mussten, um unsere Unterlagen der Hotels abzuholen und die Rechnung begleichen.Nationalpark Bike 012 Im Engadin gibt es noch andere Outdoor Aktivitäten. Nationalpark Bike 016 Nationalpark Bike 017 Nachdem wir die Inn Brücke überquert haben, beginnt der Aufstieg ins Val S-charl hinauf. Nationalpark Bike 019 Nationalpark Bike 024 Nationalpark Bike 024a Nationalpark Bike 025Pittoreske Gesteinsformationen am Strassenrand hegen unsere Aufmerksamkeit. Nationalpark Bike 026 Nationalpark Bike 027Vorbei beim Bergbau und Bären Museum Schmelzra. Für einen Besuch reichte die Zeit leider nicht mehr.

http://www.schmelzra.ch/1/

Nationalpark Bike 030 Nationalpark Bike 031Nationalpark Bike 032 In S-charl auf gut 1800 Meter meldet sich der knurrende Magen. In der schönen Gartenbeiz geniessen wir eine Portion Teigwaren inkl. einem feinen Dessert.Nationalpark Bike 037 Nationalpark Bike 038 Wie man sieht, herrscht reger Betrieb hier oben. Die Wasserstelle wird belagert, als wenn es nirgends mehr von diesem kostbaren Getränk zu ergattern gibt.Nationalpark Bike 038a Nationalpark Bike 039 Nationalpark Bike 042 Gemütlich biken wir durch eine wunderschöne Landschaft der Alp Astras entgegen.  Nationalpark Bike 044 Nationalpark Bike 044a Nationalpark Bike 047 Nationalpark Bike 048 Nationalpark Bike 049 Dieser „übermächtigen Gemeinschaft“ wollen wir natürlich den Vortritt lassen. Nationalpark Bike 053Nationalpark Bike 056 Nationalpark Bike 057Alp Astras in Sichtweite. Nationalpark Bike 058 Und noch eine letzte Rampe.Nationalpark Bike 058a Nationalpark Bike 060 Nationalpark Bike 062 Endlich können wir in den ersten staubtrockenen Trail hineinstechen, der bis zum Pass da Costainas reicht.Nationalpark Bike 063 Nationalpark Bike 066 Der heutige Scheitelpunkt ist hiermit erreicht. Nationalpark Bike 067 An der Bikebekleidung sieht man die Entwicklung der Jahre an. Zu dieser Zeit waren Bikeshorts halt noch nicht in Mode.Nationalpark Bike 068 Nationalpark Bike 069 Nationalpark Bike 070 Traumhaftes Wetter begleitet uns während des ganzen Tages und die Temperatur fällt nie unter 20°C. Im Flachland werden Temperaturen um die 35°C gemessen. Wir sind dankbar dafür, dass wir das nicht erleben müssen. Nationalpark Bike 071 Nationalpark Bike 073 Nationalpark Bike 074 Nationalpark Bike 075 Wir stechen in die Abfahrt nach Lü hinein. Dannzumal vor 7 Jahren waren die Ansprüche an Trailabfahrten noch nicht so hoch gewesen. Heute würde ich schon nach Trailalternativen suchen, bevor ich einen breiten Wanderweg benütze.Nationalpark Bike 076 Nationalpark Bike 077 Nationalpark Bike 078 Nationalpark Bike 079 Nationalpark Bike 080 Nationalpark Bike 081 Am frühen Abend treffen wir an unserem 1. Etappenziel in Tschierv ein.Nationalpark Bike 082 Nationalpark Bike 083Nationalpark Bike 088 Unser Gepäck wartet schon im Hotelzimmer auf uns. Hat bestens geklappt. Das anschliessende Bierchen haben wir nun redlich verdient und geniessen noch den Sonnenuntergang im Val Müstair. Mit einem reichhaltigen Nachtessen lassen wir den Tag standesgemäss ausklingen. Nationalpark Bike 090 Nationalpark Bike 093 Tag 2: Tschierv – Livigno

2.Tag Nationalpark Bike 096 Heute steht das weltberühmte Val Mora auf dem Programm. Zuerst vernichten wir 250 Hm über Fuldera bis hinunter nach Valchava. Nationalpark Bike 097 Nationalpark Bike 098 Nationalpark Bike 099 Nationalpark Bike 101 Jetzt beginnt der steile Aufstieg zur Val Mora Hochebene. Bis zum höchsten Punkt, Döss Radond, haben wir über 800 Hm zu bewältigen.  Nationalpark Bike 102 Nationalpark Bike 105 Nationalpark Bike 107 Nationalpark Bike 109Nationalpark Bike 112 Nationalpark Bike 113 Wir geniessen die herrlich duftenden Lärchenwälder. Nationalpark Bike 115 Nationalpark Bike 117 Nationalpark Bike 120 Nationalpark Bike 122 Nationalpark Bike 123 Nationalpark Bike 127 Nationalpark Bike 127a Nationalpark Bike 128 Nationalpark Bike 130 Geschafft, die Hochebene des Val Mora liegt vor uns.Nationalpark Bike 131Nationalpark Bike 132 Nationalpark Bike 133 Nationalpark Bike 133a Nationalpark Bike 135 Nationalpark Bike 135a In zügigem Tempo durchfahren wir diese auf 2000Meter gelegene Ebene. Links und rechts ragen die imposanten Bergspitzen gegen den tiefblauen Himmel hinauf. Biketechnisch kein Highlight, aber dafür landschaftlich ein absoluter Traum. Nationalpark Bike 137 Nationalpark Bike 144 Nationalpark Bike 145 Schon erblicken wir die Alp Mora. Hier zweigen nach links ab und nehmen Kurs auf einen genialen Trail Richtung Passo Val Mora.Nationalpark Bike 147 Nationalpark Bike 149 Nationalpark Bike 152 Nationalpark Bike 152aNationalpark Bike 155 Nationalpark Bike 156 Sehr abwechslungsreich zieht sich dieser Trail vorbei an den speziellen Gebüschen, mal runter, mal hinauf, dann wieder über Schotterpisten, dem Aua Val Mora entlang zur italienischen Grenze. Nationalpark Bike 156a Nationalpark Bike 157 Den Wegweiser an sind wir definitiv in Italien angekommen. Nationalpark Bike 159 Nationalpark Bike 159a Nationalpark Bike 160 Beim Passo di Fraéle erreichen wir die Mündung des Stausee Lago di San Giacomo. Nationalpark Bike 161 Nationalpark Bike 162 Nationalpark Bike 163 Noch ein kurzes Stück dem See entlang, treffen wir auf ein schön gelegenes Ristorante an sonniger Lage. Hier füllen wir unsere Speicher für die nächste Herausforderung.Nationalpark Bike 164 Nationalpark Bike 166 Nach der Mittagspause nehmen wir den Passo Alpisella in Angriff. Nach ein bisschen Anlaufschwierigkeiten mit vollem Magen finden wir nach und nach unseren Rhythmus.  Nationalpark Bike 167 Nationalpark Bike 168 Nationalpark Bike 169 Nationalpark Bike 170 Schade können wir nicht in die Gegenrichtung fahren, denn auf der anderen Seite des Hanges erblicken wir einen super schönen TrailNationalpark Bike 171 Nationalpark Bike 173 Nationalpark Bike 174 Nationalpark Bike 175 Auch diesen Pass haben wir erfolgreich bezwungen. Das muss natürlich mit dem obligaten Gipfelfoto festgehalten werden. Nationalpark Bike 176 Nationalpark Bike 178 Nationalpark Bike 179 Nationalpark Bike 180Nationalpark Bike 181 Nationalpark Bike 183 Nationalpark Bike 184 Auch diese Abfahrt findet praktisch alles auf „Waldautobahnen“ statt. Die Bremsen sind jetzt am meisten am Arbeiten. Mit meiner jetzigen Kenntnis würde ich anstelle des Alpisella den Passo di Trela bevorzugen. Dieser beinhaltet eine Menge wirklich coole Trails. Nationalpark Bike 185 Nationalpark Bike 186 Schon bald erblicken wir den Lago di Livigno. Nationalpark Bike 187 Nationalpark Bike 189 Es herrscht reger Betrieb in diesem Dorf, oder ist das schon eine Stadt. Heute habe ich ausnahmsweise Mal mehr Höhenmeter hinauf als hinunter zurückgelegt. Nationalpark Bike 190 Nationalpark Bike 191 Nationalpark Bike 194 Noch eine kurze Gegensteigung und schon sind wir in unserem Hotel. Auch hier müssen wir unsere Taschen nicht selber ins Zimmer tragen. Das Zimmer ist zwar recht klein, aber für eine Nacht werden wir auch das Überleben. Nach dem guten Nachtessen schauen wir noch die Wetterprognosen für den nächsten Tag an. Ohh…. Gewitter sollen aufziehen. Man weiss nur noch nicht, wann diese hier eintreffen werden. Nationalpark Bike 195 Tag 3: Livigno – Ardez

3.Tag

Nationalpark Bike 197 Nationalpark Bike 199 Zuversichtlich schwingen wir uns nach einem ausgiebigen Frühstück bei schönstem Sonnenschein auf unsere Sättel. Heute steht uns die längste und härteste Etappe bevor. Nationalpark Bike 200 Nach einem kurzen Sightseeing durch das noch verschlafene Livigno zweigen wir nach links in das Valle di Federia ab. Die Einkaufstouristen scheinen noch am Schlafen zu sein. Nationalpark Bike 202 Nationalpark Bike 203 Nationalpark Bike 204 Nationalpark Bike 205 Nationalpark Bike 205a Ein ehrfürchtiger Blick schweift hinauf zum Pass Chaschauna. Das ist jetzt eben dieser berühmt berüchtigte Übergang zurück ins Engadin. Wir haben schon viel gehört, wie hart dieser Aufstieg sein soll…….Nationalpark Bike 206 Schon nach kurzer Zeit zwingt die Geländetopografie, uns als Bikewanderer zu betätigen. Nationalpark Bike 207 Nationalpark Bike 208 Nationalpark Bike 210Nationalpark Bike 212 Ich habe den grössten Respekt von den Bikern, die diesen Nationalpark Marathon in einem Stück am gleichen Tag zurücklegen und der Grossteil in einem Rennmässigen Tempo. Nationalpark Bike 214 Nationalpark Bike 215 Die Spaghetti lassen wir links liegen, für uns noch zu früh für eine Pause. Nationalpark Bike 215a Nationalpark Bike 217 Er ist steil, aber wirklich steil, dieser Pass. Zwischendurch wieder mal ein paar Meter in die Pedalen, aber es lohnt sich fast nicht, denn schon zwingt uns das Gelände wieder aus dem Sattel. Nationalpark Bike 217a Nationalpark Bike 217b Nationalpark Bike 219 Heilfroh haben wir diesen verrückten Pass bezwungen, auch wenn der grösste Teil nur als Wanderer. Nationalpark Bike 220 Nationalpark Bike 221 Nationalpark Bike 222 Nationalpark Bike 223Nationalpark Bike 225 Nationalpark Bike 226 Als Belohnung für die Strapazen dürfen wir uns auf den längsten Singletrail am Stück dieser 3 Tage erfreuen. Ist aber auch recht anspruchsvoll bis hinunter zur Alp Chaschauna.1 Nationalpark Bike 228 Ruedi mit einem riesen smily im Gesicht.Nationalpark Bike 229 Nationalpark Bike 230 Nationalpark Bike 233 Nationalpark Bike 234 Oje, da scheint etwas schief gelaufen zu sein bei Ruedi. Das Lachen in seinem Gesicht hat sich verflüchtigt. Das Blut am Knie scheint Böses zu erahnen. Ein Abflug war Tatsache. Das Schaltkabel wurde in Mitleidenschaft gezogen. Vor uns liegt eine Abfahrt bis nach S-chanf hinunter. Da braucht Ruedi seine Schaltung vorläufig nicht. Also, los geht’s. Nationalpark Bike 235 Ab hier ist leider schon wieder fertig mit Trailsurfen, aber es hat Spass gemacht.Nationalpark Bike 236 Nationalpark Bike 238 Nationalpark Bike 239 In S-chanf bemerkte Ruedi erst das genaue Ausmass seines Defektes an der Schaltung. Nur die Hülle wurde aufgeschlitzt. Bis Zernez, wo es sicher ein Bikemech gibt, sind es ein paar Kilometer und noch ca. 300 Downhillmeter. Er kann die gröbsten Schaltbewegungen mit ziehen mit der Hand direkt am Schaltkabel ausführen. Nationalpark Bike 241Nationalpark Bike 242 Nationalpark Bike 243 Die Rettung, der Mech in Zernez reparierte Ruedi’s Bike, während wir gleich nebenan unser Mittagessen geniessen.Nationalpark Bike 244 Nationalpark Bike 245 Frisch gestärkt und mit neuem Schaltkabel am Bike von Ruedi düsen wir den Radweg Richtung Unterengadin hinunter. Wir bestaunen die wunderschönen Lärchenwälder, die so typisch sind für das Engadin. Nationalpark Bike 246 Nationalpark Bike 247 Vorbei an Susch treffen wir in Lavin ein.  Nationalpark Bike 248 Hier beginnt ein letzter Aufstieg nach Guarda, der mir recht zu schaffen machte. Ich musste wieder an die unzähligen Biker denken, die diesen Marathon in einem Tag zurücklegen. Einfach verrückt, ich kann das fast nicht glauben. Wenigstens halten sich die Gewitterwolken zurück.Nationalpark Bike 250 Nationalpark Bike 251 Nationalpark Bike 252 Nationalpark Bike 253 Nationalpark Bike 254Nationalpark Bike 255 Nationalpark Bike 256 In Guarda, die Heimat des „Schellenursli“, bewundern wir die typische Engadiner Architektur. Nationalpark Bike 257 Da kommen mir wieder schöne Kindererinnerungen auf.Nationalpark Bike 257a Nationalpark Bike 258 Nationalpark Bike 258a Nationalpark Bike 259 Jetzt, nahe am Ziel wird es Zeit für eine Gelati. Mmh, diese Belohnung haben wir aber jetzt mehr als verdient.Nationalpark Bike 260 Nationalpark Bike 261 Das letzte Teilstück bis Ardez ist eine kurze Sache. Wir haben Zeit, um die 3 Super Bike Tage Revue passieren zu lassen, ehe die dunkeln Gewitterwolken immer näher kommen.  Nationalpark Bike 263 Nationalpark Bike 264 Nationalpark

Total: 151 km, 4411 Hm, 14.5 h Fz

Sogar eine erfrischende Dusche können wir in dem Hotel nehmen, in dem wir gar nie übernachtet haben. Total glücklich und zufrieden machen wir uns auf die Heimreise. Petrus hatte tatsächlich erbarmen mit uns und öffnet seine Schleussen erst, als wir schon alles verstaut haben. Es war eine grandiose Tour. In 3 Tagen hat man überhaupt keinen Stress und man hat Zeit um die wunderschöne Landschaft zu bewundern. Ausser vielleicht der Singletrailanteil dürfte ein bisschen höher sein. Man könnte auch selber noch Varianten einbauen. Aber das ist Klagen auf sehr hohem Niveau. Mit den Hotels und dem Gepäcktransport hat alles tipptopp geklappt. Kann diese Art als Bikeerlebnis nur weiterempfehlen. Danke Ruedi für Deine Begleitung.

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3 Gedanken zu „Engadin Nationalpark – Umrundung in 3 Tagen

  1. Ruedi

    War mir ein Vergnügen Hans.
    Schöner Bericht das weckt die Erinnerungen an die drei super coolen Tage von damals.
    Gruss und schöne Ostern
    Ruedi

    Antwort
  2. Chregu

    Ohhh Hans. Da wart ihr in einem meiner absoluten Lieblingsgebiete unterwegs. Das Val Mora ist ein Traum sondergleichen. Der Aufstieg zum Trela ist zwar auch nicht ohne, die Abfahrt aber (wie Du schon erwähntest) um ein vielfaches interessanter!
    Den Costainas habe ich noch nicht gemacht. Da hielt mich die Schotterstrassen-Abfahrt bisher davon züruck…
    Und ja, der Aufstieg zum Chaschaunas ist richtig fies, der Donwhill danach umso geiler!
    Toller Bericht, danke Dir!

    Antwort
  3. Kurt

    Ja Hans und Ruedi, da bin ich halt schon für mehr Speed und weniger wandern. Das mit den singletrails und der Mode habt ihr heute ja voll drauf. 😉 Schöner informativer Bericht, lässt sich auch nach Jahren wiederlesen. Danke Euch….

    Antwort

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