Crap Masegn / Nagens (28.7.2010)

Solo mache ich mich auf und starte von Chur in Richtung Flims. Das ist ja schon mal eine anständige Vorgabe, aber mein Plan B führt mich noch weiter in die Höhe. In Flims sind mir die meisten Trails schon bekannt. Daher entschliesse ich mich für Plan B, in Laax die Grap Sogn Gion Bahn zu besteigen und somit die gut 1100 Hm im Sparmodus hinter mich zu bringen. Hier oben beginnt mein neues Abenteuer erst richtig.

Bis Flims nehme ich die mir bekannten und immer wieder schönen und abwechslungsreichen  Trails unter die Räder. Am tief blau – grünen Gaumasee vorbei, bei sommerliche Temperaturen, steure ich die Talstation der Bergbahn Grap Sogn Gion an.

Flims mit Gaumasee und Trin Mulin, im Hintergrund rechts Rhäzüns und Bonaduz. Es macht wupps…… und schon bin ich auf 2216 MüM. Diese 1100 Hm habe ich ganz relaxt hinter mich gebracht. Für heute ist jetzt aber fertig mit Unterstützung. Ich drücke wieder voll in die Pedalen, bis ich bei der Bergstation Grap Masegn eintreffe.

Blick Richtung Vorab Gletscher.

Oberhalb dieser Felsen führt mein Trail entlang. Hier begegne ich einem Biker Pärchen, die eigentlich auch dieselbe Route nehmen wollten wie ich. Ihnen sind die über den Vorab Gletscher hereinziehenden, dunklen Wolken nicht geheuer. Sie entschliessen sich Direttissima den Trail runter ins Tal zu nehmen. Wäre auch einmal eine Variante.Ich muss das wahrscheinlich umschlagende Wetter noch genau studieren. Kurz darauf steht mein Entschluss, Daumen nach oben, ich werde die Strecke Richtung Nagens, alles oben über den anspruchsvollen, schwarz gepunkteten Trail in Angriff zu nehmen. Blick hinunter zur Alp Ruschein. Erstmal ist Bike schieben angesagt.

Ansatzweise kann man den fortlaufenden Trail im Bild unten erkennen. Dazwischen darf ich superschöne Trails in einer total einsamen Landschaft geniessen. Hier bei der Fuorcola da Sagogn wäre ich nur noch eine Stunde vom Vorab Gletscher entfernt. Das ist vermutlich eine reine Laufpassage dort hinauf. Ich zweige hier rechts ab und werde mit einem super Trailabschnitt belohnt. Auf diesem kaum Sichtbaren, schmal abfallenden Hangtrail bin ich hergekommen.

Landschaftlich mit den weidenden wilden Pferden ist hier oben ein wahrer Traum. Diese und ein paar Alpkühe sind die einzigen Lebewesen, die ich begegnet bin. Uiii…… der Nebel zieht immer weiter nach unten und die dunklen Wolken werden immer schwärzer. Wenn das nur gut kommt, schwirrt es in meinem Kopf herum. Ich wusste es ja schon zum vorne herein, dass diese Route als schwarz ausgeschildert ist. Und es ist wirklich tiefschwarz. Immer wieder ein paar Meter fahren, dann wieder laufen………..            Im Bild unten kann man den „Weg“ nur mit den rot-weissen Markierungen auf den Steinbrocken erkennen. Gerade noch knapp bis Nagens komme ich trocken an. Das Bergrestaurant ist natürlich im Sommer geschlossen, ja super. So bleibt mir nichts anderes übrig als meine Regenklamotten überzuziehen. Um meinen ursprüngliche Plan in die Tat umzusetzen, muss ich noch ein paar Höhenmeter bis zum Grauberg überwinden. Ich will nämlich den berühmten Runcatrail von ganz zuoberst rocken. Wenn das nur gut kommt bei diesen nassen Bodenverhältnissen…….. Hier bin ich also bein Einstieg zum Runcatrail, ich fahre diesen (zu meiner Schande als halber Einheimischer) das erste Mal. Wanderern werde ich wohl heute nicht viele begegnen. Ein flotter Trail erwartet mich, ja es kommen sogar Glücksgefühle auf, so schwungvoll wie sich der obere Teil präsentiert. Jetzt hat Petrus seine Schleussen voll geöffnet, nicht gerade optimale Bedingungen für diese North-Shore-Trails, die weiter unten in das Gelände eingebaut worden sind…………hier fühle ich mich wie auf einer Kunsteisbahn, jetzt wären Schlittschuhe mehr angesagt als meine 2 rutschigen, schwarzen Gummis…Natürlich ist dieser Trail mehr für die Downhiller mit den grossen Federwegen und den Vollvisierhelmen zugeschnitten, aber zur Abwechlsung auch für den Normalo Tourenbiker ganz OK.Ohh, ein Restaurant in Sicht, es ist die Runcahöhe, endlich kann ich meine nassen Kleider trocknen und mich selber innerlich wieder aufwärmen. Immer noch im Regen starte ich den Heimweg in Richtung Chur, wo es auf halbem Weg endlich aufgehört hat mit dem lästigen Nass von oben und sogar die Sonne zeigte sich nocheinmal.

Fazit: Ein happige Tour für mich, trotz der Bergbahn. 1500 Hm up und über 2600 Hm down. Anspruchsvolle Trails, einige Laufpassagen, aber auch richtig coole Flowtrails konnte ich erleben. Sowieso, der Erlebnisfaktor war heute sensationell, trotz dem nicht ganz optimalen Wetter. Absolute Cracks würden auf dem schwarzen Trail sicher noch einiges mehr fahren können, ich denke da an unseren Rotscher und Kurt von den Gipfel(i) Stürmern.

https://connect.garmin.com/modern/activity/42676834

Höhenprofil:

Ausschnitt aus der Singletrailmap:

E-MTB tauglich = 3

1 = Sehr gut E-MTB tauglich (Pratisch keine oder nur sehr wenige Lauf / Tragepassagen)

2 = Gut E-MTB tauglich (Wenige Lauf / Tragepassagen)

3 = Beschränkt E-MTB tauglic (Einige Lauf / Tragepassagen)

4 = Nicht E-MTB tauglich (Viel Lauf / Tragepassagen)

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3 Gedanken zu „Crap Masegn / Nagens (28.7.2010)

  1. Kurt

    Merci für die Blumen Hans. Ab Frühling müssen wir nicht mehr die Variante B wählen, gell. Cooler Bricht, danke dir…LG Kurt

    Antwort
  2. ROTSCHER

    Laax-Flims steht bei mir auch ganz oben auf der Liste. Eigentlich nicht so weit weg und trotzdem für mich recht unbekannt. Egal ob Plan A oder B, ich wäre dabei 🙂 Aber mit E-Bike Tauglichkeit 3 wohl ohne dich? Ich bräuchte einen Pacemaker 😉

    Antwort
  3. vivalagrischa Autor

    Danke Kurt und Rotscher.
    Immer wieder schön solche Kommentare zu lesen. @ Rotscher: Als „Pacemaker“ kann ich dir schon diehnen……..EMTB-3 ist kein Problem. Ja Flims und Umgebung hat für Biker einiges zu bieten.

    Antwort

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