Ruinaulta – Swiss Grand Canyon

So wird auch das Teilstück des Vorderrheins zwischen Ilanz und Reichenau genannt. Nicht ganz grundlos. Die tiefen Furchen die der Rhein vor langer Zeit in diese fantastische Landschaft gefressen hat sind schon sehr eindrücklich. Dieser Canyon wollte ich endlich auch in meiner Biketouren Sammlung abhaken können. Eigentlich war mein 1. Gedanke, mit dem Zug von Chur nach Ilanz und dann dem Rhein entlang wieder nach Chur zurück. Da fehlten mir doch noch einige downhill Singletrails. Also entschied ich, den Startpunkt nach Flims zu verlegen. Gesagt getan. Meinem Aufruf folgten Erich, Rotscher, Dani und Didi.

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Nachdem uns der gelbe Shuttle in Flims abgeladen hat, kann unser Abenteuer starten. Wir peilen den Gaumasee an. Leider machte uns der Wintereinbruch der letzten Woche ein Strich durch unsere Rechnung.

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Der 1. Trail ist schlicht nicht zu befahren, er ist mit umgefallenen Baumstämmen belegt.

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Nach 200Hm erreichen wir schon den höchsten Punkt der heutigen Tour. Mutta Sura 1200MüM.

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Nun geht’s aber los. Es wird gerockt, was die Trails hergeben. Es ist ein Wechselspiel von technischen Passagen, mit Wurzeln und Absätzen, dann wieder fliegt man fast über die tollen Trails.

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Blick zum Bahnhof Versam

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Didi in Action

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rotscher mit einem smile im Gesicht

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In ein paar Stunden werden wir dort unten unsere Spuren in den Kalksteinsand ziehen.

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Nachdem unser erstes Trailfieber gestillt ist, folgt ein kurzer uphill, wo wir das Adrenalin wieder in den normalen Bereich bringen.

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Da merkte Dani plötzlich den Verlust seines Fotoapparates. Er und Didi entschlossen sich zurückzufahren um ihn zu suchen. Rotscher, Erich und ich bereiten uns auf meinen persönlichen Geheimtipp eines super flowigen Trails vor.

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Schon sind wir mittendrin, keine Wanderwegtafel, nichts weist darauf hin, dass hier überhaupt ein Durchgangsweg vorhanden ist. Den habe ich bei meiner Rekognoszierungstour entdeckt.

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Hier die Anfahrt zum nächsten Trail, der nirgends angeschrieben ist.

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Das ist ein Weg, den es gar nicht geben dürfte. Ist jedenfalls auf der Karte nicht eingezeichnet.

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Hier ein Ausläufer der Felsformationen Richtung Laax hinauf.

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Noch sind wir keine 2 Stunden unterwegs, haben aber schon viel Spass gehabt beim Trailsurfen. Das absolute Highlight dieses Tages liegt ja auch noch vor uns. Blick auf den Piz Mundaun, der schon überzuckert ist.

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In Ilanz machen wir Mittagsrast um unsere Speicher zu Füllen für die restlichen 40km zurück nach Chur. Übrigens hat Dani sein Fotoapparat wieder gefunden, sie holten uns in Ilanz wieder ein, somit sind wir wieder komplett. Der erste Teil führt dem Rhein entlang auf einem abwechslungsreichen Waldtrail, zuerst nicht sehr anspruchsvoll.

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Bald aber wechselt der breite Weg zu einem immer enger werdenden Trail, der nicht zu unterschätzen ist, vor allem wenn er noch Nass ist…….. Ich rede hier aus eigener Erfahrung……….

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Auf den kleinen nassen Holzbrücken kommt man sich vor wie im Winter beim Schlittschuhlaufen.

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Ein andenken von meiner Bekanntschaft mit einem der zahlreichen Gebüsche am Rhein.

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Nach dem Bahnhof Valendas ändert sich die Topografie schlagartig. Die mit Kalkstein versetzten Felsen ragen hoch über unseren Köpfen in den blauen Himmel hinauf.

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Nun finden wir uns auf super flowigen Trails wieder, die wir schon von weit oben her gesehen haben und können wieder so richtig Gas geben

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Die Ruinaulta entstand nach dem Flimser Bergsturz vor beinahe 10’000 Jahren. 10‘000Mio. Kubikmeter Gestein donnerten damals ins Tal hinab. Da der Vorderrhein nicht mehr abfliessen konnte, wurde auf einer Länge von circa 25 km ein See aufgestaut.

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Im Laufe der Zeit schnitt sich der Fluss tief in die Bergsturzmassen ein und der Ilanzer See konnte so abfliessen.

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Zurück blieb die Ruinaulta mit ihren steilen Kalksteinklippen und imposanten Felsformationen.

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Ein dauerndes Auf und Ab wird uns nun Präsentiert. Zum Ausruhen bleibt keine Zeit.

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Sogar die RHB erteilt uns noch die Ehre.

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Von St. Moritz bis Zermatt macht hier in der Rheinschlucht der Glacier Express auch Station.

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Die aufgeschütteten Erdwälle erfüllen mehrere Funktionen. Sie Schützen die Gleise vor herunterstürzenden Felsbrocken. Gleichzeitig sind sie noch eine gute Balance Übung für Biker.

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Phasenweise wird der Trail wieder anspruchsvoller zu fahren.

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Einsamer Biker inmitten einer kargen Felsformation……….

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Sage und Schreibe 1.5h sind wir nun schon dem Rhein hinunter gefolgt.
Da der Weg durch die Schlucht leider nicht durchgehend ist, folgt nun ein Aufstieg von ca. 300Hm auf der Strasse nach Versam Dorf.

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Aussicht von Plattform Islabord unterhalb Versam. Sicht auf Halbinsel Chrummwag. Hinten links der Flimserstein.

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Dani und Didi vor der Kirche von Versam

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Nachdem wir Versam Dorf hinter uns gelassen haben, folgt noch der Rossbodentrail bis zur neu erstellten Brücke unterhalb Versam.

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Gleich nach der Brücke folgen wir dem Weg hinauf mit 8 Spitzkehren in sehr steilem Gelände. Dieser uphill von knapp 200Hm ist die Zufahrt zum nächsten Höhepunkt. Alles gut fahrbar. Der Weg schlängelt sich in angenehmer Steigung durch den Wald hinauf.

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Wir geniessen die schöne Herbststimmung und saugen die wärmenden Sonnenstrahlen in uns auf.

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Diese ½ h uphill lohnen sich auf jeden Fall.

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Unscheinbar zweigt der Weg nach links ab. Keine Tafel, kein Hinweis, wohin der Weg führt. Schon befinden wir uns auf einem genialen Trail, den rotscher nicht mehr erwarten konnte. Für die anderen Biker ist dieser Trail Neuland.

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Voll konzentriert verschlingen wir auch diesen schmalen Pfad am Abgrund.
Dieser Trail schlängelt sich 200Hm parallel über der Kantonsstrasse.

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Fast geschafft. Eine fröhlich, relaxte Bikertruppe lacht in die tief stehende Abendsonne.

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Dieser eindrückliche Trail ist ca. 2km lang und man geniesst eine fantastische Aussicht über den Swiss Grand Canyon bis hinauf nach Grap Sogn Gion, der weissen Arena von Flims.

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Wer an Höhenangst leidet, ist dieser Trail definitive nicht zu empfehlen. Eine Spur Bike Beherrschung sollte auch Voraussetzung sein.

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300Hm über der Schlucht.

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Die folgende Abfahrt führt nun auf Schotter bis zur Kantonsstrasse. Da, plötzlich entdecken wir so etwas wie ein Trail. Tatsächlich, in engen Kehren windet sich serpentinenartig in sehr steilem Gelände ein mir unbekannter Weg. Wir entschliessen uns dieses Risiko auf uns zu nehmen und folgten ihm. Wir werden nicht enttäuscht. Dieser spuckte uns erst wieder 200Hm weiter unten auf die Strasse aus. Alle waren zufrieden, dass es so gut gekommen ist. Ein bisschen Risiko lohnt sich eben doch manchmal.

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Wer jetzt geglaubt hat es gebe ein lockeres Ausrollen bis Chur, wird eines besseren belehrt. Nach ein paar Hundert Meter auf Asphalt stechen wir gleich wieder in den Bonaduzerwald hinein. Von hier aus folgen immer wieder Hochgeschwindigkeits-Trails, wo wir uns nochmals so richtig austoben können. Unser Ziel Chur schon in Sichtweite bei der Aussichtsplattform Wackenau.

Eine wunderbare Herbsttour bei herrlichem Wetter durfte ich mit Euch im schönen Bündnerland erleben. Ruinalta ich werde sicher wiederkommen. Viva la Grischa

Tour Daten:

Fz:                      5:h23

Km:                          64

Hm: up                1300

Hm: dw                1800

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3 Gedanken zu „Ruinaulta – Swiss Grand Canyon

  1. rotscher

    Toller Bericht von dir Hans. Da schwelge ich gerne in Erinnerungen. Und die nächste Saison kommt mit Sicherheit. Dann geht es hoffentlich wieder gemeinsam auf Tour. Danke für die schönen Tag zusammen.

    Antwort
  2. Spoony

    Werter Hans – Danke für den Hinweis auf deinen Blog – wenn das mit der Tourenqualität und den Bildern hier so weitergeht, werde ich sicher Stammgast,

    Antwort
  3. Ruedi

    Gestern den 24.05.2014 konnten wir (Davut, Carsten und ich) unter der fachkundigen Führung unseres Bikeguide Hans diese Tour fahren. In einer atemberaubenden Landschaft mit absolut genialen Trails hat Hans eine grandiose Tour zusammengestellt die wirklich jedes Bikerherz jubeln lässt :-)).
    Nochmals vielen herzlichen Dank Hans für diesen unvergesslichen Tag.

    Antwort

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