Monte Gambarogno (Alpe Neggia / Alpe Cedullo / St. Anna)

Am 2. Tag des Tessin Bike Event wartet eine weitere Highlight Tour auf uns. Diese ist zwar nicht so bekannt, aus welchem Grund auch immer. Ich vermute wegen dem harten Aufstieg bis zur Alp Neggia und dem nachfolgenden Fussmarsch mit dem Bike auf dem Rücken bis zum Monte Gambarogno. Auch könnte es der schwierige Downhill ausmachen, weshalb diese Tour nicht die Massen anzieht. Ich jedenfalls bin gespannt, was dieser Tag uns bringen wird.

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Bei prächtigem Wetter starten wir in Magadino beizeiten zu dem unbekannten Abenteuer. Es ist immer wieder spannend, wenn praktisch alles neu ist, was man an einem solchen Tag erleben wird. Nur eines bleibt, die Vorfreude auf coole Trails und schöne Landschaften mit guten Freunden zusammen geniessen zu können.

IMG_2069 P1040862 Bei Vira zeigt uns das GPS Gerät den Weg zur Alp Neggia. Ich habe schon einiges gehört über diesen Aufstieg. Er ist zwar alles auf Teerstrasse, aber man munkelt, dass er einer der härtesten Aufstiege in der Schweiz auf Teer ist. Auch sehr beliebt bei konditionsstarken „Gümmeler“P1040863

Nach einiger Zeit passieren wir Gambarogno. Weiter gehts Kehre um Kehre hinauf, bei Monti di Fosano vorbei, dann nach weiteren 7 Spitzkehren verläuft die Strasse ins Tal hinein. Bei Monti di Agra folgen weitere 13 180° Kurven. Ich habe mittlerweile aufgehört, die Spitzkehren zu zählen. Die Steilheit ist enorm, der einzige Vorteil ist, dass die Unterlage stimmt und wir die meiste Zeit im Schatten spendendem Wald unsere Hm abspulen können. Dafür müssen wir auf die Aussicht noch eine Weile Geduld haben. Meine Gedanken im Kopf drehen sich wie es jetzt wäre, hier mit einem E-MTB gemütlich und mit ansprechender Geschwindigkeit den Berg hinauf zu Radeln………

P1040864 Endlich, das Zwischenziel Alpe di Neggia ist geschafft, ich aber auch. Das war für mich jetzt aber ein riesiger Kraftakt und eine enorme Willensleistung. Aber nun sind wir oben und wenn ich zurückdenke, wars gar nicht so schlimm. Hier machen wir in der Bergwirtschaft eine willkommene Pause.P1040865 P1040867 Ein Blick hinauf zu unserem höchsten Punkt von heute, dem Monte Gambarogno. P1040868P1040869 P1040871Ein Stück können wir noch fahren, aber dann heisst es Bike schultern und die nächsten gut 200 Hm als „Bikewanderer“ zurücklegen. IMG_2070 Sogar Rotscher muss absteigen. Beim Bergsteigen stelle ich mir vor, wie schön wohl das Panorama dort oben sein wird. Ob es sich lohnt, diese Strapazen auf sich zu nehmen? P1040872 Blick hinunter zur Alp Neggia und im Hintergrund links sieht man den Monte Tamaro. Von dort gibt es auch einen Trail bis zur Alp Neggia. P1040878 Verzasca Stausee auf der anderen Talseite.P1040881 Meine Glücksgefühle erreichen den Höhepunkt, das Gipfelkreuz ist in Sichtweite. Zum Schluss noch ein paar Meter fahrend, öffnet sich dann ein traumhaftes Panorama über den Lago Maggiore und die umliegenden Berge. Unsere Blicke erstarren ob so viel Schönheit. Wir saugen diese Bilder förmlich in uns auf. Ich bin Stolz und glücklich auf meine erbrachte Leistung.IMG_2080P1040887 Mein Bild des Tages – Gipfel erreicht – Adrenalin pur für einmal schon vor dem Trailsurfen.P1040888 P1040890 Auch Erich lässt seinen Glücksgefühlen freien Lauf. IMG_2076 P1040891 P1040892 Mit den Gipfel(i) Stürmer wieder ein neuer Gipfel in unserer Sammlug. IMG_2084DSC03787 Patrick, der Sohn von Erich mit seinem heissen Stöckli Bike Jg. 2016. IMG_2087 Rotscher verewigt uns im Gipfelbuch und wir machen gerade noch Werbung für unsere Blog’s. IMG_2091 P1040897P1040900 P1040902 P1040903 P1040904 P1040905 Die Bemühungen des harten Aufstieges haben sich zu 100% ausbezahlt.IMG_2081 P1040906 P1040907 Es wird aber jetzt doch Zeit für das Trailrocken, noch schnell die Protektoren anschnallen und los geht’s. IMG_2099 IMG_2100 IMG_2101P1040908 P1040911 P1040922 Sind die wohl „Giggerig“ auf das was jetzt kommen wird? P1040926 Sattelstütze runter und hinein in den knackigen Trail. P1040929P1040930 Wir nehmen Kurs zur Alp Cedullo.P1040932DSC03798 Ein ganz passabel zu fahrender Trail schlängelt sich oberhalb der Baumgrenze in Richtung Westen. Mal technisch, mal flowig, der grösste Teil fahrbar. Immer wieder mal schweifen unsere Blicke über die umwerfende Landschaft. Im Hintergrund rechts der Corona dei Pinci, den wir gestern erkundet haben.DSC03794IMG_2104 IMG_2105 Blau, blau blau blüht nicht nur der Enzian……..DSC03830

…….sondern leuchtet auch der Himmel, alles Perfekt.

DSC03791 DSC03792P1040935 P1040937 P1040944DSC03798 Als der Trail im Wald verschwindet, nimmt das Niveau nochmals um ein paar Zacken zu. Bei diesem Abschnitt bis zur Alp Cedullo müssen wir unser ganzes technisches Know-how auspacken, aber es hat immer noch riesigen Spass bereitet.  P1040948 P1040950 Patrick ist heute unser jüngster Teilnehmer. Bravo, hast es schon super im Griff. IMG_2113 Typisch verblockter Tessiner Untergrund.  IMG_2114P1040951 Diesen zwei hat es an Ihren smily Gesichter an wohl auch Spass bereitet….. P1040952 Alp Cedullo, ab hier gibt es 2 Varianten ins Tal. Die Direkte soll die schwierigere sein. Wir entscheiden uns auf Anratung einer Gruppe von Trailbauer, die Variante über die St. Anna Kapelle zu nehmen. Dazu müssen wir noch für ganz kurze Zeit unser Bikes durch einen Wald schieben. Fast nicht erwähnenswert. Hier würde es auch eine gemütliche Einkehrmöglichkeit geben.

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Für die Ziegenmilch probieren bleibt leider keine Zeit mehr.

DSC03810 Wunderschön gelegene St. Anna Kapelle.P1040956 Jetzt können wir uns an einem flowigen Singletrail durch einen Wald erfreuen. P1040960DSC03815 DSC03818 Bei der gerodeten Waldschneise wechselt die Beschaffenheit des Trails wieder auf verblockt mit einer kritischen Treppe. Hier ist für einige Endstation mit fahren, aber nur für ein kurzes Stück. DSC03820P1040963 P1040964

Rotscher führt uns vor, wie ein solches Teilstück zu bewältigen ist. Im Prinzip fahrbar…….

2016-05-21_1622A 2016-05-21_1622B 2016-05-21_1622C 2016-05-21_1622D 2016-05-21_1622DD 2016-05-21_1622E 2016-05-21_1622F ……..eben, wenn man die benötigte Technik drauf hat. Bravo Rotscher.

DSC03823 Weiter, jetzt können wieder alle Gas geben. Ein superschöner Trail windet sich serpentinenartig Richtung See hinunter. Der Track vom GPS würde bald einmal der Strasse hinunter folgen. Daher sagen wir GPS Track ade. Wir suchen nach alternativen Routen……..  P1040965 ……..und werden fündig, immer sollte man nicht dem GPS folgen. Ein super Wanderweg Trail schlängelt sich bis zum Dorf Gerra hinunter.P1040966 P1040970 Ab hier holperten wir über gefühlte 1000 Treppen durch die engen Gässchen, einige kaum breiter als unser Lenker, an schönen Gärten vorbei, in die Tiefe. Unsere Handgelenke sagen danke, als wir endlich beim Ufer des Lago Maggiore angekommen sind. Über San Nazzaro radeln wir gemütlich dem See entlang nach Magadino zurück.P1040972DSC03824

Fazit: Diese Tour war ein Highlight der Sonderklasse meiner Biker Laufbahn. Der harte Uphill, die Bergwanderung auf den Monte Gambarogno, die phänomenale Aussicht, das grandiose Panorama und die abwechslungsreich Abfahrt, mit flowigen und technischen Passagen werden mir in unvergesslicher Erinnerung bleiben. Bezüglich Schwierigkeitsgrad ist meiner Meinung nach dieser Downhill eher auf der anspruchsvollen Seite. Aber bei Weitem nicht so krass, wie ich es im vorne herein vernommen habe.

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Geplante Variante ab Monti di Gerra nach San Nazzaro hinunter. Meinen Recherchen nach wäre der Strassenanteil nur ca. 200 Meter gewesen, dann folgt rechts wieder ein Trail, der uns jetzt natürlich nicht bekannt ist.

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Gefahrene Variante ab Monti di Gerra zum Dorf Gerra hinunter. (Empfehlenswert)

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Bei einem feinen Nachtessen und dem obligaten Gelati lassen wir den Tag in Ascona ausklingen.

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6 Gedanken zu „Monte Gambarogno (Alpe Neggia / Alpe Cedullo / St. Anna)

  1. Erich

    Einmal mehr: super Bericht mit schönen Bildern !!
    Ich bin froh, besteht unser „harter Kern“ aus begnadeten Fotografen – dank den verschiedenen Perspektiven sind die Erinnerungen viel intensiver. Speziell beim aktuellen CH-Wetter ist das Balsam für die Seele und lässt einen hoffen, bald wieder ähnliches erleben zu dürfen.
    CU soon on the trail !

    Antwort
  2. ROTSCHER

    Cool Hans! Das war ein mega genialer Tag. Für mich eine Tour der Extraklasse im Ticino. Nur schon wegen der umwerfenden Aussicht. Einfach hammermässig. Und die Truppe war das Tüpfchen auf dem i. So macht biken sowieso immer Spass. Bis bald wieder 🙂

    Antwort
  3. Kurt

    Hoi Hans, wieder en schöne Bricht vo dir, viel Dank. Da schlats Herz höcher. Ich freu mich vo dir hüt bim Mittagässe meh z’erfahre, was mer öffentlich nöd hät chöne zeige. Liebe Gruess Kurt

    Antwort
  4. Alfred Heine

    Hoi,
    wieder eine Bildergeschichte die zum Träumen anregt. Was für eine grandiose Tour.
    Hier im Schwabenland ist man schon froh, wenn man zwischen 2 Regengüssen kurz mal 2 Std. rauskann.

    grüße
    beuze

    Antwort
  5. Pingback: Monte Tamaro – Ponte Tresa (Malcantone Trailride) | vivalagrischa – Biketouren

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