Isone – Alp Matro – Cola di Lago – Monte Bigorio

Für unser traditionelles Bikeweekend im Frühling im Tessin haben wir uns eine Tour zusammengestellt, die für die meisten von uns zum grössten Teil Neuland ist. Dies ist gar nicht so einfach, da wir die meisten Touren im Tessin mittlerweile schon kennen. Nach dem Einquartieren im Hotel Elvezia in Rivera bleibt noch Zeit für einen Kaffee. Ein langer Anstieg steht uns bevor. Gut gelaunt und bei schönstem Wetter machen wir uns auf den Weg. Erich, Rotscher, Davut und Carsten sind auch gespannt, was der heutige Tag alles bringen wird.

Über eine Teerstrasse steuern wir Isone an. Es ist angenehmes Bikewetter, gerade recht für kurz / kurz Tenue.

Bei Isone führt unser Track rechts hinunter und schon bald stehen wir vor dem ersten, nicht geplanten Hindernis. Ein geschlossenes Tor erstreckt sich über die ganze Strassenbreite. Als der erste Schreck vorbei war, informiert uns Carsten über die genauen Bestimmungen rechts im Kasten. „Für Wanderer und Biker an Wochenenden freien Durchgang“. Wir sind erleichtert, denn hier eine Alternative hervorzuzaubern wäre schwieriges Unterfangen gewesen.

Im einsamen Seitental Val di Serdena treffen wir kaum eine Menschenseele an. Dieses Gebiet wird sonst nur für Militärische Übungen benutzt. Höhenmeter um Höhenmeter steigen wir, bis die Baumgrenze erreicht ist. Ab der Alp Serdena sollte das Trailerlebnis beginnen. Der auf der Karte eingezeichnete Pfad scheint nicht mehr zu existieren. Erich und Rotscher versuchten sich durch das Dickicht zu kämpfen. Schon nach kurzer Zeit kommen sie mit Daumen nach unten zurück.

Also gut, weiter unten führt noch ein Trail in den Wald hinein. Dieser ist zwar steiler, aber sieht doch so aus, als der durchgehend ist.

Schon erreichen wir die Alp Matro, die leider nur privat genutzt wird. Wäre ein schönes Plätzchen für unser Break gewesen.

Kurz darauf entdecken wir einen idyllischen Platz, wo wir unsere Sandwiches verschlingen können. Da, oh Schreck, zwei einheimische Mountainbiker düsen an uns vorbei, ist diese Tour also doch nicht nur uns bekannt. Ein bisschen Siesta und träumen von den kommenden Trails muss auch noch sein. Der nächste Abschnitt ist ein wunderschöner up and down Wiesentrail. Wir geniessen jeden Meter davon. Übrigens auf der linken Seite des Bergkamms ist der wohl berühmteste Trail des Ticino, nämlich der vom Monte Bar bis St. Lucio. Wir rocken den unbekannten, aber nicht minder schönen Trail in der Einsamkeit, immer so zwischen 1500 und 1600 Meter hoch.

Blick zum Monte Tamaro und in die fernen Walliser und Berner Alpen. Was, mitten auf dem Trail ein Zapfhahn? Carsten stürzte sich direkt auf ihn zu. Was in seine Kehle geflossen ist, wird immer sein Geheimnis bleiben……

Alp Ladrin, oder was davon übrig geblieben ist. Hier müssen wir noch einen grösseren Anstieg meistern, bis wir zum höchsten Punkt von heute gelangen. Jetzt können wir den Monte Bar von der Rückseite betrachten. Von dem grossen Regen, der gestern im Tessin als Hagel niederprasselte, spürten wir fast nichts mehr.

Die Gipfel(i) Stürmer im hoch…….. haben die sich eventuell zu wenig verausgabt?Lage Maggiore mit Locarno / Cimetta und Tenero.

Auf der ganzen Tour konnten wir immer die Antenne vom Monte Tamaro sehen. Diese Tour wäre eigentlich am Sonntag geplant gewesen. War aber gem. Internetseite die Woche zuvor wegen Schnee noch gesperrt gewesen. Daher plante ich eine andere Tour für den Sonntag. Meine Kollegen gaben mir immer wieder zu verstehen, dass man ja sehen könne, dass der Tamaro schneefrei ist. Ich schweige nur. Mehr später dazu.

Was nun folgt, ist erste Sahne. Bei der Abfahrt über die Alpe Crocc bis zur Alp Davrosio können wir unsere Technikkünste unter Beweis stellen. Einfach Hammergeil……solche Momente wieder zu geniessen. Habe mich den ganzen Winter darauf gefreut.

Bei der altbekannten Alp Davrosio gibt es eine Teer- und eine Trail-Variante. Wir entscheiden uns natürlich für die zweite neue Unbekannte.

Wir stechen direkt hinunter ins Loch, den Brunnen lassen wir links liegen, in einen technisch hochstehenden Trail, der einige Biker an seine Grenzen stossen lässt.

Beim Wegweiser führt ein super Trail links weg bis nach Tesserete hinunter, den kennen wir aber schon. Wir zweigen rechts ab Richtung Cola di Lago. Da erwarten uns einige Überraschungen. Von coolen Flowtrails bis zu Laufpassagen ist alles vorhanden.

In Cola di Lago, von Lago aber keine Spur, warten auf uns nochmals zwei – drei Uphill-Rampen bis zum Monte Bigorio hinauf. Bin gespannt, ob sich diese Mühe bei fortgeschrittener Zeit auch auszahlen wird………

……..Ja, es wird. Definitiv. Wir düsen vorbei an typischen Tessiner Rustico, durch Birkenwälder, über Steintreppen auf Wiesentrails Richtung Capriasca hinunter. Ohh Bikerherz was willst du mehr? Ein neverending Trail, der im unteren Teil etwas ruppiger wird, schon wieder versinken wir in einem Trailrausch, den man eigentlich gar nicht beschreiben kann, man muss Ihn fühlen, erleben und am eigenen Körper spüren.

Kurz vor Capriasca drehen wir scharf rechts herum, um gleich wieder im Wald unterzutauchen. Ja das Trailfieber wird nur kurz von einer Gegensteigung unterbrochen, dann geht die Post nochmals so richtig ab. Die schwierigsten Trails am Schluss einer Tour, da ist nochmals volle Konzentration gefragt. Beim Fluss Vedeggio in der nähe von Taverne spuckt uns der Trail im Tal aus. Gemütlich und zum Teil mit letzter Kraft rollen wir die restlichen Km zurück zum Hotel.

Tourdaten: Fz: 5h25  /  Km 45.8  / Hm up/dwn 1767

Link zum GPS Track

Fazit: Das war ein riesiges Trailfeuerwerk, ein gelungener Biketag mit vielen Höhenmeter in beiden Richtungen. Eine unbekannte Tour die sich allemal lohnt zu fahren, mit grandioser landschaftlicher Aussicht. Meiner Meinung nach kann diese Tour den Vergleich mit der Monte Bar Runde durchaus standhalten. Das lang ersehnte Tourenabschlussbier haben wir uns redlich verdient. Beim Nachtessen konnten wir über die vielen Erlebnisse des Tages so richtig plagieren.

E-MTB tauglich = 1 (Sehr gut)

Werde in Zukunft meine Touren einstufen wie E-MTB tauglich sie sind, immer vorausgesetzt man hat genug Power dabei)

1 = Sehr gut E-MTB tauglich (Pratisch keine oder nur sehr wenige Lauf / Tragepassagen)

2 = Gut E-MTB tauglich (Wenige Lauf / Tragepassagen)

3 = Beschränkt E-MTB tauglic (Einige Lauf / Tragepassagen)

4 = Nicht E-MTB tauglich (Viel Lauf / Tragepassagen)

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6 Gedanken zu „Isone – Alp Matro – Cola di Lago – Monte Bigorio

  1. ROTSCHER

    Das war definitiv ein super Tag. Einfach schön, dass es sie immer noch gibt, die einsamen Bikerouten 😊.
    Zu erwähnen wäre noch, dass du trotz E-Bike Tauglichkeit keinen Motor dabei hattest. Oder habe ich etwas übersehen? 😉

    Antwort
  2. Erich

    Schöner Bericht – danke Hans.
    Die neue E-bikeklassierung lässt einen Weitblick erkennen, der uns in ein paar Jahren sicher gute Dienste erweisen wird 😉

    Bis zum nächsten gemeinsamem Trailsurfen.

    LG

    Antwort
  3. sven

    ein paar bekannte ecken und viele unbekannte, die gegend rund um den Monte Bar hat so viel zu bieten 8)
    hat spass gemacht die zivil version der tour mitzuverfolgenund wieder ein paar ideen mehr für die nächsten tessinbesuche …

    Antwort
  4. vivalagrischa Autor

    @ Rotscher, du hast schon richtig gesehen. Habe diesmal den Motor Zuhause gelassen……
    Diese kappp 1800 Höhenmeter schaffe ich auch „Ohne“ noch…..

    Antwort
  5. Claudius Thommen

    Ich habe am Samstag die Tour gemacht-toll!
    Von allem etwas mit einem wunderschönen Höhentrail-super!
    Danke vielmals und happy Trails 🙂
    Claudius

    Antwort

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