Monte Tamaro – Ponte Tresa (Malcantone Trailride)

Schon lange hatte ich diese Traumtour durch das ganze Malcantone im Kopf. Abschnittsweise bin ich sie schon ein paar Mal gefahren, aber an einem Stück noch nie. Wie schon gesagt ist die Strecke vom Tamaro bis Arosio vor 3 Tagen noch wegen Schnee gesperrt gewesen. Am Freitag vor der Abreise schaute ich nochmals in die Homepage der Tamaro Bahnen. Siehe da, sie haben die Strecke freigegeben. Nun ja, dann haben wir ja 2 Touren zur Auswahl. Die Tamaro Tour ist logistisch ein bisschen komplizierter, da der Start und das Ziel weit auseinanderliegen. Vorerst verschweige ich den Kollegen diese neue Situation. Am Samstag beim Nachtessen im Hotel entsteht dann eine angeregte Diskussion. Also Davut und Carsten stellen sich zur Verfügung, am frühen Sonntagmorgen ein PW nach Caslano zu stellen, damit wir den Rücktransport mit dem PW zurücklegen können. Ich hatte zum Glück zusätzlich diesen Track auf mein GPS Gerät geladen, damit steht unserem Unterfangen nichts mehr im Wege. Flexibilität ist eben alles…….

Vom Hotel haben wir noch einen 50%-Gutschein für die Tamarobahn bis zur Alp Foppa erhalten. So bringen wir die ersten paar hundert Höhenmeter locker hinter uns.

Ein Besuch der Kirche Santa Maria degli Angeli gehört zum Pflichtprogramm. Die Kirche vom weltbekannten Architekten Mario Botta wurde im Jahr 1996 fertiggestellt und ist seines Zeichens ein Meisterwerk der zeitgenössischen Architektur. Das einzigartige Panorama auf die voralpine Landschaft, die Seen und die verschneiten Gipfel der Alpen lässt uns ein erstes Mal ein Staunen über unsere Gesichter ergehen.

Bilderbuchwetter erleichtert uns natürlich super Aufnahmen zu schiessen.

Nach dem Sightseeing machen wir uns an die knapp 400 Höhenmeter zur Capanna del Tamaro UTOE auf. Dieser Abschnitt ist sehr steil. Hier können so oder so nur die stärksten Biker alles fahrbar zurücklegen. Die Schneefelder zwingen nun jedermann zu Laufpassagen. Übrigens wäre dieser Aufstieg, wenn schneefrei eine ideale Strecke für ein E-MTB, alles fahrbar.

Die Freude ist gross, als ob sie noch nie Schnee gesehen hätten……..

Nach knapp einer Stunde haben wir es geschafft. Das Panorama wird nochmals weitsichtiger.

Also dieser Spitzberg kann nicht das Horu sein, wenn einer seinen Name kennt, soll er sich bitte melden.

Der höchste Punkt von knapp 1900 MüM ist erreicht.

Jetzt sehen wir, warum die Strecke so lange geschlossen blieb.

Das prächtige Monte Rosa Gebiet überstrahlt alles.

Was sehen wir denn hier. Ja, es ist es doch, das Horu schaut spitzbübisch hinter einer Bergflanke hervor.

Hier unten in der Bildmitte können wir einen Blick auf den Monte Gambarogno werfen, respektiv der letzte Abschnitt, den man zu Fuss von der Alp Neggia mit dem Bike auf dem Buckel zurücklegen muss. Diese Tour fuhren wir heute vor einem Jahr auf den Tag genau.

Bevor das Trailfeuerwerk starten kann, müssen wir uns innerlich darauf vorbereiten und stärken uns noch mit einem Riegel. Dann geht’s los. der oberste Teil ist in einem schlechten Zustand, immer wieder ist der Weg abgerutscht, hoffentlich unternehmen die Verantwortlichen etwas in dieser Hinsicht.

Jetzt ist Full Trail Time angesagt, jeder Trail wird gerockt, bis wir am Wegweiser La Bassa eintreffen. 

Hier führt die offizielle Route links weiter auf einem kurzen Trail bis zur Strasse. Dieser ist uns aber definitiv zu eintönig. Wir bevorzugen Action und umrunden den Monte Ferraro auf der rechten Seite. Das zahlt sich für versierte Biker allemal aus. Unsere technischen Fähigkeiten kommen hier voll zur Anwendung. Auch das eine oder andere Mal absteigen nehmen wir sicherheitshalber gerne in Kauf.

Kurz vor Arosio habe ich Zuhause auf der Karte eine Abzweigung in einen Trail entdeckt und habe ihn gleich in den Track eingezeichnet. Das war auch für mich Neuland. Habe nach der Abzweigung ein mulmiges Gefühl im Magen, da der Trail unaufhaltsam nach unten führt. Hoffentlich kommt das nur gut heraus. Ohh, ich bin erleichtert, als ich wieder mir bekanntes Gebiet erblicke. Dieser letzte Abschnitt beinhaltet sowas von genialen Trails und erst noch alles fahrbar. Also das ist ein Trail – Geheimtipp erster Güte. Dieser spuckte uns erst wieder bei den ersten Häuser von Arosio aus. Aber Achtung, bitte der letzte Absatz mit dem Mäuerchen absteigen, nicht wie einer von uns, der Rücklage bekommen hat und voll auf dem Steissbein gelandet ist. Ich wünsche hier gute Besserung. Bild unten, kurz darauf folgt das ominöse Mäuerchen. (Foto vom 2.6.2015 mit meinem Sohn Patrick)

Dieser abgestorbene Baumstamm hinter dem Monte Ferraro ist trotzdem immer wieder ein schönes Sujet für ein Foto.

Lugano mit Monte Brè und San Salvador.

In Arosio wollten wir eigentlich in einer mir bekannte Grotto gediegen einkehren. Da wir Sonntag haben und es um die Mittagszeit ist, ist das ein unmögliches unterfangen, da die Einheimischen eben zu dieser Zeit selber in den Grottos verweilen, wo schmackhafte Tessinerspezialitäten angeboten werden. Da ich diese Gegend bestens kenne, disponiere ich kurzerhand um. Nach einem genialen Flowtrail von Arosio bis Cademario finden wir  in einem kleinen Ristorante doch noch einen Tisch um uns mit hausgemachtem Kastanienkuchen zu verköstigen.

Jetzt liegen noch gut 2h grösstenteils auf Trails vor uns. Hinter Cademario steuern wir zur Magliasina hinunter, wo wir alles dem Fluss entlang abwechslungsreiche Trail vorfinden bis nach Novaggio. Nach der Trailumrundung des Monte Gheggio düsen wir durch das spezielle Tessinerdorf Curio. Nach einer knappen halben Stunde Uphill folgt noch einer der besten Trailabschnitte der ganzen südlichen Hemisphäre, der Monte Mondini. Wer den als Biker noch nicht erleben durfte, dem fehlt ein Stück in seiner Laufbahn. Technisch zwar mit einigen kniffligen Stellen, aber im Prinzip für gut versierte Biker alles fahrbar.

In Caslano angekommen müssen wir unser obligatorische Gelati nochmals verdienen. Wir sind an diesem schönen Frühlingstag nicht die Einzigen, die Lust auf ein Gelati haben.

Fz = 4h02  Km = 34.66  Hm-up = 917  Hm-dw = 2167

Fazit: Eine traumhafte Tour mit sehr hohem Trailanteil geht zu Ende. Endlich konnte ich mit meinen Kollegen diese Tour an einem Stück geniessen. Es gibt nicht manche bessere Touren hier im Süden der Schweiz. Für Biker mit guten Trailfähigkeiten ein purer Genuss.

E-MTB tauglich = 1

1 = Sehr gut E-MTB tauglich (Pratisch keine oder nur sehr wenige Lauf / Tragepassagen)

2 = Gut E-MTB tauglich (Wenige Lauf / Tragepassagen)

3 = Beschränkt E-MTB tauglic (Einige Lauf / Tragepassagen)

4 = Nicht E-MTB tauglich (Viel Lauf / Tragepassagen)

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4 Gedanken zu „Monte Tamaro – Ponte Tresa (Malcantone Trailride)

  1. sven

    beneidenswert dieses super wetter, die spiegelbilder am see sin der hammer 8) bei mir war’s letzte woche im tessin leider immer etwas dunstig. beim unbekannten Horu tippe ich auf das Finsteraarhorn 😉

    Antwort
  2. Davut

    Gute Bericht…👍
    Ticino vor allem Mount Tamato wird bei mir in gute erinnerung bleiben…😎
    Gruss

    Antwort

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