Bahnentour / Chur-Lenzerheide-Arosa-Chur

Nach der Megatour vom Gestern wollen wir es heute etwas lockerer angehen. Aber Tiefenmeter dürfen schon so viel wie möglich zusammenkommen. Ich habe die modifizierte Bahnentour ab Chur zusammengestellt. Ist zwar kein billiger Spass, das Ticket kostet fast wie eine Tageskarte im Winter zum Schifahren. Nichtsdestotrotz besteigen wir die ersten zwei Sektionen, die uns auf den Churer Hausberg Brambrüesch bringen. Heute sind wir 8 Gipfel(i) Stürmer, die ein verfrühtes 1. August Trailfeuerwerk zünden wollen.

Das urchige Brambrüescher Schwingfest gleich neben der Bergstation dient für uns als Startplatz.

Schon bald sind wir in der Einsamkeit der Bergwelt verschwunden. Wir finden uns auf einem up and down Trail wieder, der sich bis zur Bergstation der Churwaldner Rodelbahn hinzieht. Wir wählen den Weg an der Galtialp vorbei. Die nächsten 600 Dm führen praktisch der Fallline entlang nach Churwalden. Unsere Bremsen müssen wahrlich hart an der Grenze arbeiten. Mit der modernen Heidbühl Gondel kompensieren wir die vernichteten Höhenmeter von vorhin gleich wieder.Auf Alp Stätz bleibt noch Zeit für ein Gi-Stü Gruppenbild. Gleich darauf müssen wir Davut vorläufig verabschieden, sein Bike hat sich ein Schaltungsschaden eingefangen. Wir vereinbaren den Treffpunkt mit Davut an der Rothorn Talstation, wo er seine Schaltung wieder reparieren lassen kann.Der Rest rockt den heute ziemlich schwierig zu fahrenden Serpentinen Trail hinunter zum Heidsee. Nun wechseln wir die Talseite. Ein paar Nebelschwaden schlängeln sich unter dem Rothorn vorbei.Dank dem super Service der Bikewerkstatt Talstation Rothornbahn, die kurzerhand einen neuen Wechsel montierten, treffen wir Davut auf dem Gipfel des Rothorn wieder, wo wir kurz entschlossen auch unseren Mittagshalt einschieben.

Wieder komplett rumpeln wir über die Geröllfelder im oberen Teil vor der Galerie. Schon zeichnet sich die nächste Panne ab. Dani beklagt einen Plattfuss. Schnell ist ein neuer Schlauch montiert. Was? Schlauch? Ja, Dani ist einer der wenigen von uns, der noch mit Schläuchen unterwegs ist. Nach dem Sightseeing über das Wolkenmeer Richtung Chur hinunter stürzen wir nach der Galerie auf den berühmt berüchtigten Trail nach Arosa. Immer wieder ein einmaliges Vergnügen diesen abwechslungsreichen, flowigen Trail zu riden. Hier im Schafälpli Tal entspringt übrigens der Fluss Plessur, der mitten durch Chur führt und dann in den Rhein fliesst. Nach der kurzen Laufpassage halten wir links, da dort ein super Trail oberhalb des Schwellisee nach Innerarosa führt. Leider zieht just in dem Moment ein dickes Nebelband zum Hörnli hinauf. Wir müssen weiter, kurz darauf verschwinden wir in der dicken Nebelsuppe und suchen unser Trail im Urderental. Hier wird es teilweise sehr technisch, wir sind gezwungen, das eine oder andere Mal die Vernunft walten zu lassen und die Bikes kurz zu schieben. Da kommt uns der folgende breite Fahrweg gerade recht und wir können uns ein wenig wieder Sammeln. Via die Schafalp geht’s ordentlich zur Sache, der nächste Trail spuckt uns erst wieder oberhalb von Tschiertschen aus. Nach einem kurzen Anstieg folgt sogleich ein wunderschöner Waldtrail zwischen Tschiertschen und Praden. Dieser zieht sich durch traumhafte Lärchenwälder und ich habe das Gefühl, dass er nicht enden wolle. Nach einer Abfahrt auf der Strasse zweigen wir oberhalb von Passugg in den Wald hinein, in der Hoffnung, noch auf ein paar Finale Trails zu stossen. Die 70 zusätzlichen Hm kann ich meinen Kollegen gerade noch verkaufen.   Dieser Abstecher hat sich aber noch voll ausbezahlt. Super Trails via Passugg bis vor die Toren von Chur dürfen wir zum Abschluss noch rocken. In Chur beim Meiersboden schiesst jeder mit einem Grinsen aus dem letzten Trail hinaus.

Fazit: Ein gigantischer Biketag neigt sich dem Ende zu.  Die relativ schnell wechselnden Landschaften sind ein Traum. Die Trailvielfalt lassen keine Wünsche offen. Man kann verschiedener Ansicht sein über Bahnentouren. Ich jedenfalls liebe diese Art zu biken. Nie und nimmer würde ich so eine Strecke ohne Aufstiegshilfen in einem Tag zurücklegen können. Die knapp 4200 Tiefenmeter sind mir gehörig in die Knochen gefahren. Ich bin so kaputt, als wenn ich 1800 Hm hinaufgefahren wäre.

 

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2 Gedanken zu „Bahnentour / Chur-Lenzerheide-Arosa-Chur

  1. Davut

    Hallo Hans
    Wieder einmal ein super vorallem detailliertes Bericht welche auch Platz für den Kommentar über Reparatur & co hat 😉
    Die Downhill-Trails waren genial 👍zudem hatten wir noch Glück mit dem Wetter, gerne wieder😄

    Bis bald vivalagrischa, spätestens aber im Engadin beim Gipfel (i) Stürmer Treff 2017

    Gruss Davut

    Antwort

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