Monte Brè – Alpe Bolla

Und wieder zieht es uns ins Tessin. Diesmal aber residieren wir mitten in Lugano. Lasse mir an diesem schönen Herbsttag die Gelegenheit nicht nehmen, die Bré – Alpe Bolla Tour das erste Mal mit E-Power zu riden.  Es wird für mich zu einer Halbtagstour. Ich starte kurz vor 14 Uhr, was relativ spät ist. Komme zügig voran beim Erklimmen des Monte Brè. Das Aussichtsrestaurant zuoberst darf natürlich nicht fehlen. Diesmal wähle ich im oberen Teil aber eine andere Route als Normal.

Traumhafte Aussicht bis zu dem im ewigen Schnee eingedeckten Monte Rosa Massiv. Der erste Teil des Uphills führt über eine Teerstrasse. Sobald ich die Zahnradbahn unterquert habe, verschwinde ich im dichten Wald. Je näher ich dem Dorf Bré kommen je steiler wird das Gelände. Aber wirklich so steil, dass man ohne Unterstützung an der Grenze des Fahrbaren kommen würde. Hier sieht man die ganze Bergkette vom Monte Lema bis zum Monte Tamaro. Beim Betrachten dieses Bildes scheint mir etwas nicht zu stimmen. Diese dunkle Landzunge links gehört doch nicht in das Seebecken von Lugano. Bin immer noch am werweisen, wie das Bild so entstanden ist. Wer hat eine Erklärung?Bei den letzten Meter zur Aussichtsterrasse muss ich nochmals meine letzten Reserven hervorholen.  Über gefühlte 1000 Treppen erreiche ich auf direktem Weg das schmucke Tessinerdörfchen Bré. Der erste Teil dieser Tour beinhaltet das Motto: Aussicht geniessen.Jetzt folgen Kehre um Kehre hinauf auf geteerter Strasse. Mir fallen die Massenhaft rumliegenden Kastanienschalen auf. Aha es ist ja „Maronnizeit“ im Tessin. Habe aber keine Zeit, um mich jetzt noch mit diesen leckeren Köstlichkeiten näher zu befassen. Dafür wechselt nun der Untergrund auf Waldboden und schon bin ich wieder in einer extremen Rampe. Auf der Höhe von 1160 beginnt für mich ein weiteres Highlight. Ein leicht abfallender Trail dem Hang entlang lässt mein Herz höher schlagen. Ziemlich abschüssig, aber voll Flow geniesse ich diesen Teilabschnitt bis kurz vor der Alpe Bolla. Hier ist eine Torta di Panna angesagt. Das war früher eine Mahlzeit für arme Leute. Aber heute ist es eine feine Tessiner Spezialität. Das einzige, was ich hier nicht so toll finde, ist die Aussicht, beziehungsweise keine Aussicht. Diese Alp ist mitten in den Bäumen gelegen. Aber gerade darum führte meine Tour ja zuerst auf den Monte Bré. Jetzt freue ich mich auf weitere Trails hinunter nach Cureggia. Aber da machen mir Waldarbeiter einen Strich durch die Rechnung. Die sind dort mit Seilwinden am Bäumefällen. Da ist mir das Risiko doch zu gross und ich entschliesse mich umzukehren und eine neue Route zu finden. Also auf der breiten Waldstrasse wollte ich nicht unbedingt in die Stadt runter düsen. Immer mit blick aufs GPS, ob ich doch noch einen neuen Trail aufspüren kann. Ja, hier zweigt einer ab. Mein Gedanke, ist dieser fahrbar? Ist er überhaupt durchgehend? Lange muss ich nicht überlegen und schon bin ich mittendrin. Es war ein absoluter Volltreffer. Jetzt gefühlsmässig noch ein paar Höhenmeter hinauf, dann sollte ich wieder auf die angestammte Route kommen. Mein Gefühl hat mich nicht im Stich gelassen. Jetzt noch der Schlussteil nach Cureggia hinunter.

Aber halt, es ist noch nicht Schluss mit dem heutigen Trailfestival. Ich steche in den Uphill Trail, der mich wieder zum Dörfchen Bré führt. Mit dem E-Bike um einiges einfacher als ohne. Oben angekommen wechsle ich zur anderen Schluchtseite der Cassone. Das ist fast ein Geheimtipp, wieder führt ein genialer Trail hinunter ins gleichnamige Dörfchen. Von hier habe ich ein Experiment im Sinn. Habe vorgängig die Karte studiert und ein paar neue Trails entdeckt. Diese will ich nun in natura erleben. Gefunden sind sie schnell. Aber hoppla, das geht ganz schön zur Sache, sehr steiler Einstieg, eher etwas für Top Cracks. Zum Glück ist nur der Anfang so krass. Nach und nach entpuppt sich dieser Trail als vorzüglich und spuckt mich erst wieder in Lugano aus. Super, wieder neue, spannende Trails entdeckt.

Fazit: Erstaunlich, was für neue Trails es rund um den Monte Brè immer wieder zu entdecken gibt. Hier kann man sich definitiv verweilen und einfach mal drauflos biken, ohne auf das gps zu schauen. Aber aufgepasst, es gibt auch recht Anspruchsvolle Abschnitte, wo eine gewisse Fahrtechnik von Vorteil ist. Wenn man den Verlauf anschaut, ist es ein bisschen eine „Wirrwarr“ Route. Aber es ist eine tolle Tour mit vielen coolen Trails. Fast 1400Hm in dieser Zeit ist natürlich nur mit Unterstützung zu schaffen. Ca. 850 Watt Tour, mit 2 Akku’s.

https://www.relive.cc/view/g25426303779

E-MTB tauglich = 1  /  Wattverbrauch = 850  / Akku dabei = 2

 1 = Sehr gut E-MTB tauglich (Pratisch keine oder nur sehr wenige Lauf / Tragepassagen)

2 = Gut E-MTB tauglich (Wenige Lauf / Tragepassagen)

3 = Beschränkt E-MTB tauglic (Einige Lauf / Tragepassagen)

4 = Nicht E-MTB tauglich (Viel Lauf / Tragepassagen)

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