Around Schächental / Brunnital (Uri)

Das Urnerland bietet eine Vielzahl an schönen Biketouren. Und erst die Seilbahnen, die fast auf jeden Berg führen. 39 sind es an der Anzahl. Also wir nutzen eine davon, die uns in kürzester Zeit auf 1730 MüM bringt. Ich will heute mit Rotscher die recht anspruchsvolle Tour rund ums Schächental unter die Räder nehmen. Bin sie schon vor 5 Jahren mit Erich gefahren, dannzumal noch ohne Unterstützung. Wir steigen in Bürglen in die 4 Personen und 3 Bikes fassende Gondel. Man sieht es den Aufnahmen an, heute sind 2 Blogger unterwegs mit einem guten Auge für spezielle Aufnahmen.

Hier die Bergstation der Ruegig Bergbahn, die ein 1-Mann Betrieb ist. Dieser ist in der Mittelstation stationiert. Er steuert sowohl die 1. Sektion als auch die 2. Sektion. Ebenfalls ist er Kassier. Dies im Hintergrund müsste der Spannot Gletscher sein mit seinen 3198 Meter. Wir beginnen locker auf einer Kiesstrasse in einem stetigen Up and down. Wir zweigen links ab. Abrupt ändert sich der Untergrund auf weichen Trailboden. Jetzt können wir es ein erstes Mal so richtig krachen lassen. Immer wieder werden wir für unseren Einsatz mit einem flowigen Trail belohnt.  Hier sehen wir ins Brunnital, wo wir am Nachmittag auch noch unsere Stollenabdrücke in die Trails drücken wollen. Ich fühle mich wie in den Dolomiten. Genau solche Felsformationen findet man auch in unserem Lande. Ein herrliches Gefühl, so nahe an diesen riesigen Gesteinsbrocken vorbei zu biken.

Unterschächen am Tore des Brunnitals.Aber schon bald ist es vorbei mit dem Flow. Wir müssen unsere Schuhsohlen beanspruchen, weil es immer wieder so steile Anstiege gibt und wir keine Chance haben, diese fahrend zu bewältigen. Dieser Teil fühlt sich für mich dieses Mal natürlich etwas mühsamer an mit meinem schweren Bike. Hatte das nicht so anstrengend in Erinnerung. Rotscher verschwindet im hohen Gras, ich schaue nach links und rechts und wieder nach links und rechts, aha er ist wieder am Serpentinen am bearbeiten. Eine gemütliche Alpwirtschaft lädt zum Verweilen ein. Kurzentschlossen nehmen wir dieses Angebot an um die tolle Umgebung zu bestaunen und unsere Kehlen zu netzen.

Nach der Schussfahrt zur Klausenpassstrasse haben wir die Möglichkeit zwischen Trail und Strasse. Ist keine Frage, was wir gewählt haben, den „Alpen Pizza“ und Schlammtrail natürlich.Alparooosa…… von Polo Hofer – tönt es aus unseren Kehlen. Ein Gruss an Davut. Klausenpass Hospitz. Nun haben wir den Umkehrpunkt erreicht und wechseln die Talseite. Rotscher begutachtet ein letztes Schneefeld.Rotscher schon wieder auf Schnee? Er kanns nicht lassen…….. Die Alp Chammli ist erreicht, die wunderbar zwischen den riesigen Felsbrocken eingebettet ist.

Wir verschieben unsere Pause ein bisschen weiter nach hinten auf einen riesigen flachen, weissen Felsen mit Veloständer inklusive. 🙂 Blick übers Schächental.Der höchste Punkt mit seinen 2053 MüM ist erreicht. Jetzt kommen die wirklich „gächen“ Passagen. In drei sehr steilen Etagen vernichten wir zügig die Höhenmeter. Ich, gezwungenermassen immer wieder zu Fuss. Das ist mir denn schon zu gefährlich, hier etwas zu pröbeln.Ab diesem Foto bin ich fast erschrocken. Bin froh, habe ich dort nicht nach rechts geschaut und mich auf den Weg konzentriert. Auch Rotscher schaltete ab und zu ein Sicherheitsabstieg ein. Aber der grösste Teil zirkelte er sein Bike durch die engen Kehren.

So, die 1. Etage wäre geschafft. Ein bisschen durchschnaufen und wieder seine Gedanken sammeln und das Adrenalin runterfahren.Es ist manchmal von Vorteil, wenn man nicht immer der Vorfahrer ist. Denn hier pedalt Rotscher gemütlich durch das Flüsschen, bis der kaum sichtbare Kuhzaun ihn stoppte und er ein paar nasse Schuhe rausgezogen hatte. 🙂 🙂 🙂 nein, nein das ist keine Schadenfreude. Nach der Alphütte finden wir vor lauter Gebüsch den Trail nicht, aha wir befinden uns schon im steilen Gelände in der 2. Etage. Auch hier reiht sich eine anspruchsvolle Serpentine an die andere.

…und zum Schluss noch eine unfahrbare Treppe.Vorbei an Oberalp, Nideralp und Wannelen können wir die schönen Weiler bestaunen. Nach der 90° Abzweigung sind wir am Eingang zum Brunnital. Endlich wieder einmal ein paar Flowtrails. Aber nur bis zum Beginn der 3. Etage. Wieder enge Kurven mit Treppen. Für mich weniger die Traumunterlage, aber Rotscher Herz schlägt so wild, dass ich es fast hören kann.Während wir auf eine 1000 Meter hohe Felswand zufahren, verpassen wir fast noch die Einfahrt in einen neu angelegten Hochgeschwindigkeitstrail. Ach was für ein Wohlgefühl. Im Brunnialp Beizli legen wir nochmals einen Halt ein. Wir decken uns noch mit frischem Alpkäse ein, als Erinnerung an diesen schönen Fleck Erde hier zuhinterst im Brunnital.

Von Unterschächen der Strasse entlang bis Bürglen erschien uns dann doch zu langweilig. Im Tourenvorstudium erkennen wir auf der Topo Karte so etwas wie einen Trail links der Schächen entlang. Also versuchen wir es. Der Einstieg war gut fahrbar, was aber danach folgte, war gelinde gesagt, nicht mehr der optimale Tourenabschluss. Ein stetiges Up and down mit Wurzeln, auf sehr schmalem, rutschigen Untergrund. Immer wieder war Fussmarsch angesagt. Dieser Weg wird wahrscheinlich sogar noch von den Wanderern gemieden. Also das war ein Griff in die ……..  nach Langem würgen fahren wir den Rest auf der Klausenpasstrasse und trotz allen schon um 17:00 Uhr beim Startpunkt in Bürglen angekommen. Als schöner Tourenabschluss  gönnen wir uns am Ufer des Vierwaldstättersees ein feines Nachtessen und ein Gelati, wir fühlen uns fast wie im Ticino.

Fazit: Eine happige Tour sowohl mit ihren am Anfang zahlreichen steilen Uphills, als auch in der zweiten hälfte mit recht schwierigen, ausgesetzten, mit engen Serpentinen gespickten Trails. Also nicht zu unterschätzende Tour, die Schwindelfreiheit, Kondition und ein technisch gutes Level voraussetzt. Landschaftlich eine wahre Traumtour. Mich imponieren im Urnerland immer wieder diese endlos hohen, senkrecht abfallenden Felsformationen.

https://www.relive.cc/view/g37666426023

Das erste Mal muss ich für eine Tour eine E-tauglichkeit von 3 vergeben.

E-MTB tauglich = 3  /  Wattverbrauch = 439  / Akku dabei = 1 / Rest Akku 13%

 1 = Sehr gut E-MTB tauglich (Pratisch keine oder nur sehr wenige Lauf / Tragepassagen)

2 = Gut E-MTB tauglich (Wenige Lauf / Tragepassagen)

3 = Beschränkt E-MTB tauglic (Einige Lauf / Tragepassagen)

4 = Nicht E-MTB tauglich (Viel Lauf / Tragepassagen)

Ein Gedanke zu „Around Schächental / Brunnital (Uri)

  1. ROTSCHER

    Auch wenn die E-Bike Tauglichkeit 3 ist, es war ein super Tag mit dir im Schächental. Und die Erlebnisse in den Bergen sind immer unvergesslich. Danke für das Guiding 🙂 … in einer für mich unbekannten Gegend.

    Antwort

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