Chur-Rheinschlucht-Ilanz-Riein – Tag 1 Rucksacktour

Aus wettertechnischen Gründen musste ich unsere 3-Tages Senda Sursilvana Tour bis zum Oberalppass in eine 2-Tages Tour umbauen. Da kommt mir die Dujeter Alp gerade recht. Wollte schon lange Mal diese eher unbekannte Tour im Tor zum Val Lumnezia erforschen. Da in Ilanz kaum mehr Übernachtungsmöglichkeiten bestand, kommt mir das Angebot unserer bekannten in Riein gerade recht. Also ist das 1. Etappenziel schon mal festgelegt. Es ist Riein auf 1280 MüM. Leider trauten nicht alle meine Kollegen von GS meinem Vorhaben, das lautet am Freitag & Samstag noch gutes Wetter und der Sonntag sausen lassen. Nur Walti war von meinem Vorschlag überzeugt. Heute dreht sich alles um die Ruinaulta.

Also zuerst einmal immer der Gedanke, wie viel nehme ich mit auf eine solche Tour. Man sollte ja alles dabeihaben und doch darf der Rucksack nicht zu schwer werden. Im Nachhinein kann ich sagen, dass es mir ganz gut gelungen ist, bis auf den Rasierapparat, den ich durchaus zu Hause hätte lassen können…… Bis Tamins ist gemütliches Einrollen angesagt, dann stechen wir ganz unverhofft in einen Trail, zum ersten Mal zum Rhein hinunter. Es wird nicht das letzte Rendezvous sein mit dem längsten Bündner Fluss. Das Wasser ist glasklar, und erscheint in einem wunderbaren hellblauen Kleid.

Natürlich sollte man diesen Wegabschnitt nicht gerade an einem Sonntag fahren, weil das Kreuzen schwierig werden könnte. Wir sind an einem Wochentag unterwegs und treffen daher praktisch keine Wanderer an und wenn doch, dann lassen wir selbstverständlich diesen den Vortritt.

Nachdem wir die neue Brücke nach Trin Station hinter uns gelassen haben, ist es fertig mit der Gemütlichkeit. Ein sehr steiler Uphill muss überwindet werden. Auch für mich mit E-Unterstützung an der Grenze des Fahrbaren. Ein paar Meter Erholungsphase und schon sind wir auf dem nächsten Aufstieg Richtung Traileinstieg.

Dieser Abschnitt oberhalb der Kantonsstrasse verlaufend ist immer wieder ein spezielles Erlebnis. Zum Teil sehr ausgesetzt, muss man seine Konzentration stehts hochhalten. Eine kleine Unachtsamkeit könnte fatale Folgen haben.

Kurz vor Parstogn zweigen wir rechts ab in den mit 10 Serpentinen gespickten Trail hinunter zur neuen Brücke, die über das tiefe Tobel der Rabiusa führt. Zum Glück sind alle Kurven nicht zu eng gezogen, sodass auch wir freude daran haben alles fahrend bewältigen können.

Jetzt haben wir 2 Möglichkeiten, um nach Versam Dorf zu gelangen. Erstens über die Strasse oder dann über den bekannten Rossbodentrail, den wir üblicherweise nur in Gegenrichtung fahren. Ich überlasse die Entscheidung Walti, der sofort mit der anstrengenderen, aber sicher mit der schöneren Variante einverstanden ist. Mit dem E-Bike ist es natürlich ein Genuss solche Uphilltrails zu meistern.

Jetzt haben wir eine Pause aber sicher verdient. Für mich gerade Gelegenheit, meinen Akku an der offiziellen Bike Ladestation vor dem Restaurant Rössli ein paar Watt reinfliessen zu lassen. Die passenden Kabel bekommt man im Restaurant. Gestärkt und getankt folgt nun ein neuer Trail….. wohin? Natürlich wiedereinmal zum Rhein hinunter.

Dieser Trail hat es in sich. Steil, schmal und mit ein paar groben Absätzen müssen wir unser ganzes technisches know how auspacken. Bis wir doch ein – zwei Mal an unsere Grenzen stossen und einen Sicherheitsabstieg zulassen müssen.

Dem Glacier Express bei Versam Station lassen wir selbstverständlich den Vortritt.

Den berühmten Rheinuferweg bin ich in dieser Richtung erst einige Male so gefahren. Hat durchaus auch seinen Reiz. Aber ausruhen ist auch so nicht angesagt. Im Gegenteil, ein stetiges Auf und Ab fordert einige Körner und Konzentration auf den schmalen Pfaden.

Von Valendas Station bis Ilanz zieht sich alles dem Uferweg entlang. Auch hier über Stock und Stein und dazu gesellen sich auch noch aus dem Boden ragende Wurzeln und schmale Brücklein, mit einem von denen ich vor ein paar Jahren ein ganz spezielles Rendezvous hatte. Meine Kollegen holten mich dannzumal aus dem Gebüsch zwischen Weg und Rhein……..Glück gehabt. In Ilanz angekommen hören wir aus der Ferne Donnergrollen, was uns aber noch nicht sichtlich beunruhigte. Im Tödi muss zuerst mal Flüssigkeit nachgeschoben werden. Dann noch eine Belohnung in Form von etwas Süssem……das heisst Motivation tanken für die letzten 500 Hm. Wir diskutieren ob Postauto oder Bike. Also ich habe noch 40% Akku, ob das genügen wird? Ich denke schon, wenn ich mit dem Strom haushälterisch umgehe. Walti ist auch einverstanden, seine letzten Kraftreserven zu Mobilisieren. Unsere Hoffnung ist, dass die Gewitter um uns herum auch dort bleiben wo sie sind.

Es ist sehr angenehm, ganz vereinzelte Tropfen verirren sich auf unsere Häupter. Welch eine Wohltat. Wenn jetzt die Sonne noch voll auf uns brennen würde, wäre das kaum auszuhalten auf diesem Uphill auf der Strasse. Tatsächlich kommen wir trocken vom Regen, aber doch mit durchschwitzten Trikots in unserem 1. Etappenziel an. Wir werden schon in Empfang genommen von unseren Bekannten. Als wir beim ersten Bierchen ins Val Lumnezia blicken, sehen wir mit einem erleichterten smile im Gesicht, wie Petrus seine Schleusen doch noch geöffnet hat. Gerade zur rechten Zeit.

Fazit: Eine Tour mit vielen Trails, ohne Unterstützung muss eine gute konditionelle Verfassung vorhanden sein. Auch technisch sollte man ein gewisses Level haben. Landschaftlich mit dem Rhein und seinen eindrucksvollen Felsformationen hat sie einiges zu bieten. Bravo Walti, bist noch ziemlich fit für dein Alter. Eine Tour, ich würde es so sagen, besser geeignet für E-Bike als ohne. Oder sonst müssen überdurchschnittliche Beinmuskulatur vorhanden sein.

https://www.relive.cc/view/g38087806464

Sehr gut geeignet für E-Bike – Einige sehr steile Uphill Rampen.
E-MTB tauglich = 1 / Wattverbrauch = 610 / Akku dabei = 1 / Rest Akku 8% / Inkl. Nachladen von 30%

1 = Sehr gut E-MTB tauglich (Pratisch keine oder nur sehr wenige Lauf / Tragepassagen)

2 = Gut E-MTB tauglich (Wenige Lauf / Tragepassagen)

3 = Beschränkt E-MTB tauglic (Einige Lauf / Tragepassagen)

4 = Nicht E-MTB tauglich (Viel Lauf / Tragepassagen)

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