1 X Fürhörnli, 2 X Mittenberg (Churer Hausberg)

Ja, es ist mir schon klar, dass diese Tour längenmässig nicht zu den  Ultimativsten gehört. Aber dafür kriegt man in Sachen Trails so nahe der Churer City einiges geboten. Auch bezüglich Uphill eine sehr fordernde Strecke, auch wenn man auf  E-Unterstützung zählen kann. Die konstante, steile Neigung im 2. Teil ab Maladers geht an die Substanz. Heute bin ich mit Rotscher unterwegs. Wir haben diese Tour gewählt, nein, nicht weil sie im Ride publiziert wurde, denn das Ride hat die Tour wahrscheinlich von unseren Blogberichten im Jahr 2014 & 2015 abgeschaut, sondern weil es die ideale Tour ist für den Frühling.

Rotscher muss sich noch in der schönen Altstadt beim Zuckerbäcker mit etwas Essbarem eindecken, denn nachher gibt es keine Gelegenheit mehr dazu. Muss er etwa noch ein Geschenk zum Muttertag organisieren?

Unser Ziel das Hörnli ist schon von weit unten in Sichtweite.

Der erste Halt legen wir beim Churer Mittenberg ein. Hier begegnet man gegen Abend jeweils vielen Einheimische auf Ihrer Feierabendrunde. Nun freuen wir uns auf das Traversieren auf einem schmalen Pfad hinüber nach Maladers. Übrigens ein Dorf mit sehr hohen Sonnenstrahl Stunden.Ein Vorgeschmack von Chur was noch kommen wird.

Blick auf den anderen Churer Hausberg, Brambrüesch.

Dieser Trail ist wirklich ein super Highlight. Schmal und abschüssiges Gelände, die volle Konzentration ist gefragt. Kurve gerade noch gekriegt…… In Maladers haben wir wieder 100Hm vernichtet, sind jetzt genau auf 1000 MüM. Ab jetzt können wir die Bremsen in den „Standbymodus“ schalten. Die kommen heute dann schon noch genügend zum Arbeiten. Vorerst sind nun Kette, Ritzel und Muskeln gefragt.Noch einigermassen machbar ist der Beginn, aber es wird von Meter zu Meter immer steiler. Ich denke mir noch, ideal für E-Unterstützung. Bis anhin mag das ja stimmen. Roger hält ohne zu Murren tapfer mit, trotz seinen zwischenzeitlichen Beschwerden an seinem Knie. Hier sehen wir zum Churer Joch hinüber, auch ein bekanntes Bikegebiet von mir. Rotscher nimmt es locker, oder macht er auf Galgenhumor und verdrängt mit seinem lächeln nur den elend steilen Uphill?Nach 1300 Höhenmeter ist mein erster Akku leergefahren. Ich schätze 25% im ECO-Modus (25% Unterstützung), 50% im Trail-Modus (50% Unterstützung), 25% im Turbomodus (100% Unterstützung) Ich weiss nicht, was ich von diesen Werten halten soll, von Kollegen höre ich immer, dass diese mehr Hm und Kilometer fahren können mit einem Akku. Also an 2 Stellen ist auch für mich Schluss mit fahren. Heute bin ich zum ersten Mal froh über die Schiebehilfe an meinem Bike. Nur funktioniert diese nicht wie gewünscht, sie schaltet immer wieder ab –  😦 Es ist schier überhängend. Ich möchte sehen, wer hier noch in den Pedalen steht.

Die Zusatzhöhenmeter zum Fusse des Montalin lassen wir uns deshalb natürlich nicht entgehen. Es lohnt sich, die Aussicht von hier ist phänomenal. Wir sind hier auf einer Höhe von über 1900 Meter und das im Mai. Absolut alles schneefrei und trocken.

Also ich habe von Biker schon gehört, dass sie mit dem Bike auf den Montalin sind. Dann heisst die Sportart „Bergbikesteigen“. Gruss an Sven. Das ist definitiv nichts für mich.

Der Calanda zeigt sich noch im Winterkleid.

Der weg zurück zum eigentlichen Ziel, dem Fürhörnli, ist ein Auf und Ab auf schmalen Trails.

Endlich habe ich es auch geschafft, ganz nach vorne aufs Fürhörnli zu kommen. Das letzte Mal hatte ich so was von Schiss, war dann zwar alleine hier. Ich konnte mich vor 6 Jahren einfach nicht überwinden, diesen schmalen Pfad, wo es links und rechts einfach ein paar Hundert Meter senkrecht runter geht, unter meine Füsse zu nehmen. Aber heute  habe ich ja Rotscher dabei, dann kann nichts schief gehen.

Meine Heimatstadt von hier oben zu bestaunen, ist das grösste für mich. Endlich habe ich diese Blockade überwinden können. Ein tiefe Zufriedenheit durchrieselt meinen ganzen Körper.

Hey Rotscher, dein neues Customer Shirt sieht super aus, ist ja auch vom richtigen Hersteller 🙂

Einen zittriger Eintrag ins Gipfelbuch darf nicht fehlen.

Wir waren nicht die Einzigen mit der Idee, heute das Fürhörnli zu bezwingen. Diese Ladys haben zu Fuss den Weg hier hinauf gefunden.

Jetzt ist es Zeit für ein break, um die vielen Eindrücke zu verarbeiten und setzen lassen. Wir geniessen unsere Sandwiches und die wärmende Frühlingssonne.

Die Abfahrt nach Chur schätze ich auf eine Stunde, ja gut, wir haben auch noch unsere Aufgaben zu erledigen und ein paar gute Bilder zu schiessen für unseren Blog. Dann könnte  es halt ein bisschen länger dauern.

Der obere Teil ist ein wahres Trailfeuerwerk und wir lassen es gehörig krachen. Der schmale, nicht Lenkerbreite Pfad schlängelt sich sanft durch die saftigen Wiesen.

Der Traum von jedem Flowliebhaber. 2-3 spitzige Stellen regen das Adrenalin nur noch mehr an.

Was stinkt denn hier so nach verbrannt, ruft mir Rotscher hinüber? Seine Nase nähert sich meiner Bremsscheibe. Aha das bist Du, lacht er. Ich, nein, habe „keinen fahren lassen“…..Jetzt rieche ich es auch, meine Bremse braucht eine kurze Pause, um wieder auf Betriebstemperatur abzukühlen.

Aber kurz darauf ziehen wir unsere „Slamonschwünge“ durch die zahlreichen Bäume weiter. Praktisch in der Falllinie mit ein paar Spitzkehren nähern wir uns dem Mittenberg. Hier befinden wir uns im technisch anspruchsvollsten Abschnitt dieser Tour. Wirklich sehr taff.

Rotscher voll in seinem Element.

Schon haben wir ca. 800Hm in kürzester Zeit vernichtet. Diesmal ziehen wir den Flow durch und ich zeige Rotscher für ihn noch unbekannte Trails. Der 3. Abschnitt glänzt wieder mit viel Flow und unzähligen Spitzkehren, die alle auch ohne Radversetzen gefahren werden können. Es macht Schwupps und der Trails spuckt uns mitten im Villenviertel von Chur aus. Ich schaue auf die Uhr und zu Rotscher. Hey wir hatten für die 1300 Tiefenmeter genau 50 Min, und das inklusive allen Fotostops. Unglaublich. Es 15:20 Uhr. Ich schlage Rotscher vor, noch etwas zu unternehmen, weil es für uns jetzt zu früh ist schon nach Hause zu fahren. Wollen wir noch mal zum Mittenberg hoch? Keine Bruchsekunde später kommt das „Ja sicher“ durch den Mund von Rotscher. Also machen wir uns ein zweites Mal auf zum Mittenberg.

Oh, diese 2 sympathischen Ladys haben wir doch schon auf dem Fürhörnli getroffen. Sie haben uns auch wieder erkannt und es entwickelt sich ein ungezwungenes Gespräch mit diesen zwei aufgestellten Mädels. Von hier aus ganz schöne Grüsse an Vera und Prisca.

Also Rotscher hat meine Downhillvariante vom Mittenberg so gut gefallen, dass wir sie gleich ein zweites Mal rocken wollen. Es gibt an diesem Berg unzählige Trails zu erforschen. Es ist ein Paradies für Biker, die hier in der Gegend Zuhause sind.

Hier unser Blabla Trail, auch der Hometrail von Nino Schurter: Sooo Cool.

https://www.youtube.com/watch?v=qU0k0ChL3Bc

Ich zeige Rotscher noch ein bisschen meine Stadt. Wirklich sehenswert die Altstadt von Chur. Ein Calanda ist natürlich Pflicht und so was von verdient nach über 2000 Höhenmeter up and down. Rotscher, es war ein grandioser, unvergesslicher Biketag mit dir, danke dass Du mich begleitet hast und für die tollen Fotos.

Fazit: Eine Tour die nicht zu Unterschätzen ist. Auch wenn die Km nicht überschäumen, so ist doch der Aufstieg sehr hart und man muss die nötigen Muskeln in den Beinen haben oder eben ein wenig Akkupower am Unterrohr. Die Trails sind im oberen Teil super flowig, im mittleren Teil sehr technisch und im unteren Teil wirds wieder flowig mit vielen Serpentinen. Für die Aussicht gebe ich 100 Punkte und es lohnt sich nur deswegen, diese Strapazen des Aufstiegs auf sich zu nehmen. Ich kenne kaum ein anderer Gipfel so nahe einer Stadt mit einer besseren Aussicht.

https://www.relive.cc/view/vevYVL478JO

 

E-MTB tauglich = 1 / Wattverbrauch = 750 (2 Akku dabei)

1 = Sehr gut E-MTB tauglich (Pratisch keine oder nur sehr wenige Lauf / Tragepassagen)

2 = Gut E-MTB tauglich (Wenige Lauf / Tragepassagen)

3 = Beschränkt E-MTB tauglic (Einige Lauf / Tragepassagen)

4 = Nicht E-MTB tauglich (Viel Lauf / Tragepassagen)

 

4 Gedanken zu „1 X Fürhörnli, 2 X Mittenberg (Churer Hausberg)

  1. ROTSCHER

    Wow, die Menge an Bilder sind so gross wie die Höhenmeter auf der Tour 🤣
    Ja Hans, es war ein super Biketag mit dir rund um deine Heimatstadt, auch wenn ich im Aufstieg zur Fürhörnli ziemlich leiden musste. Dafür war der Downhill mit den technischen Stellen voll auf mich zugeschnitten.
    Mein Beitrag ist auch in der Pipeline und wird bald folgen 😉
    Und klar … es speziells Grüessli a üsi beide Mädels 👍 „winkewinke“

    Antwort
  2. Alfred Heine

    Hallo Hans,
    gibt es zu dieser super Tour GPS-Daten von Dir und würdest du mir diese zur Verfügung stellen?
    1 X Fürhörnli, 2 X Mittenberg
    das sieht einfach grandios aus, würde ich gerne nach Fahren-schieben ;-))

    Grüße
    beuze

    Antwort
  3. David

    Ich kenne 2 Leute die mit ihrem Specialized Turbo gut 2000hm machen können, gei gutem Akkumanagement sogar mehr. Die Bikes sind von 2019 und 2020. Vielleicht hast du eine ältere Version, die noch nicht so effizient arbeitet? Oder du solltest mal die Firmware upgraden? Die Effizienz hängt auch stark von der Software ab, nicht nur vom Motor.
    (Also ich bin froh, muss ich mich bei meinen Beinen nicht um Upgrades und Akkustände oder irgendwelche Bugs kümmern ;-))

    Antwort
    1. vivalagrischa Autor

      Hallo David
      Danke für deinen Kommentar. Deine Äusserungen sind sehr interessant. Ja, ich habe ein 2018 Turbo Levo Modell. Haben die einen so grossen Fortschritt gemacht in den letzten 2 Jahren? Eben wie gesagt, das höchste der Gefühle ist bei mir ca. 1300 Hm und ca. 40 km.

      Antwort

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