Alp Mora mit Alexander

Ganz kurzfristig habe ich Alexander vorgeschlagen, dass ich Ihm eine ganz spezielle Tour in meinem Bündnerland zeigen möchte. Es ist die Alp Mora Tour oberhalb von Flims. Ich habe diese schon einmal im Jahr 2017 erleben dürfen, damals noch ohne Unterstützung. Das perfekte Wetter ist bestellt und somit kann uns nichts mehr aufhalten. Das gelbe Fahrzeug bringt uns und unsere Bikes am Heck nach Trin.

Um Zeit zu sparen und die super Trails von Trin nach Chur nicht zu verpassen, starten wir in Trin Dorf zu unserem Abenteuer. Alexander musste heute früh aus den Federn, da er von der Innerschweiz anreiste.

Der Aufstieg ist lang, aber erst mal alles auf geteerter Strasse. Alexander schlägt ein zügiges Tempo an, ich kann mich an seine Pace angleichen. So kommen wir gut voran.

Bald schon lassen wir die Waldgrenze hinter uns. Der Untergrund wechselt auf Schotter und die Neigung nimmt zu. Das heisst mehr in die Pedalen drücken und für mich die Unterstützung hochfahren. Bei der unteren Alp Mora fahren wir vorbei. Ein paar Höhenmeter weiter Zweigen wir bei der oberen Alp Mora rechts ab und peilen die als Geheimtipp gehandelten Gletschermühlen an. Für mich heisst es Akkuwechsel. Ich wusste schon bei der Planung, dass für diese Tour mit Höhenmeter gegen 2000 ein Akku niemals reichen würde.

Der letzte Abschnitt wird auf einem grösstenteils zu fahrenden Singletrail zurückgelegt. Da sind sie in Sichtweite, eben diese geheimnisvollen Gletschermühlen. Auch ein paar Wanderer haben diesen wunderschöne Fleck Erde entdeckt.

Unzählige Becken, gefüllt mit mehr oder weniger stahlklarem Wasser, säumen diese Rinne aus Felsen auf einer Länge von sicher 100 Meter.Genau 2.5h war unsere Anfahrtzeit. Wir packen unser Picknick aus und machen uns hinter die Sandwiches her, während wir das wunderschöne Naturschauspiel bestaunen. Ach ja, wir müssen uns noch mit meinem Luftverlust beschäftigen, den ich mir bei der gestrigen Tour eingefangen habe. Also ein Schlitz im Pneu würde ja genügen, aber dass es gerade zwei sein müssen, ist dann doch des Guten zuviel. Also stopfe ich den 2. Schlitz auch noch mit einem kleineren „Salami“. Nach dem Luft beifügen ist alles wieder tipptopp. Es kann uns nichts mehr hindern an der Weiterfahrt. Nun stechen wir über einen schönen Wiesentrail nochmals zur unteren Alp Mora Alp. Wir vernichten nicht viele Höhenmeter, haben dafür einen super Trail zusätzlich.

Für ein wenig small-talk mit zwei Wanderinnen ist alleweil noch Zeit.

Ich bin physisch in einem hoch, da mein Reifen geflickt ist und wir uns auf so coolen Trails austoben können. Aber eben wie es so ist, kommt alles anders……..

…..und schon ist es passiert, nachdem ich realisiert habe, dass wir auf dem falschen Pfad sind, rufe ich Alexander zu, wir müssen auf den unteren Weg und nehmen die Abkürzung über die Kuhweide. Diese sind mit kleineren und grösseren Löcher übersäet. Ich habe dann in meinem Übermut eine tiefe Mulde übersehen und verlor die Kontrolle über mein Gefährt. Ein übler Sturz war die Folge. Aber zu meinem Glück kam ich mit Prellungen davon und so wir konnten unsere Tour fortsetzen.  Ja, das hätte jetzt nicht sein müssen, einen herben Dämpfer musste ich da einstecken, ich wurde für einen Moment wieder auf den Boden der brutalen Realität zurückgeholt. Bei der Alp Muletg beginnt mein Gelände, ca. 200 Hm müssen auf sehr steilen Trails zurückgelegt werden. Das erste Mal bin ich mit meinem Biobike dort alles marschiert und habe das Bike geschoben. Bin gespannt, wie es heute läuft. Auch für Alexander ist das eine Herausforderung. Mit seiner immensen Kraft in den Beinen legt auch er ein beachtliches Stück in den Pedalen zurück. Für mich ist das natürlich auch eine Herausforderung, einen solch steilen Uphill auf schmalem Pfad zu meistern. Bis auf 2 kurze Stellen konnte ich alles fahrend bewältigen. Auf dem Hochplateau empfängt uns eine Traumhafte 360° Rundumsicht. Hier ist das E-Bike für mich Gold wert.

Immer mit dem Flimserstein in den Augenwinkel, geniessen wir die flowigen Trails hinunter zum 2. Highlight dieser grandiosen Tour. Hier noch der Tiefblick auf die Hochebene Bargis. Alexander verschwindet zwischen 2 Felswänden. Hoffentlich gibt es da einen Ausgang….

Ja natürlich ist der Ausgang mit einem coolen Wiesentrail versehen. Sehr abwechslungsreich führt die Tour nun über einige Spitzkehren, die auch für „Normalos“ gut befahrbar sind, das heisst, ohne Radversetzen.Hier die Anfahrt zum berühmten Felsenweg.

BILD DES TAGES:  🙂 Auf dieses Bild bin ich recht Stolz, auch weil sich mein Compagon so gut in Szene zu setzen weiss. Früher hatten viele hier die Hosen schon voll, wenn sie diese Felsenpartie zu Fuss zurücklegen mussten. Heute fährt sogar der eine oder andere diese Schlüsselstelle, so auch Alexander. Als nichts wäre, steuert es sein Gefährt durch den schmalen, am Abhang gelegenen Felsenweg. Ich hingegen nehme das kurze, kritische Stück lieber laufend unter die Füsse. Mir ist das so schon noch lieber. Aber so krass wie vor Jahren ist dieser Durchgang nicht mehr.

Wenn man denkt, man habe das schwierigste Stück hinter uns gebracht, folgt gleich nochmals ein ziemlich strenger Uphill und das immer alles schön dem Abgrund entlang.

Hier muss Alexander seine Lunge aufs äusserste beanspruchen. Für mich ist dieser Abschnitt ein wahres Vergnügen.

Bei der Alp Lavadignas ist das Schauspiel mit dem Abgrund vorbei, wir fahren wieder in sanftere Gegenden.Im Bergrestaurant Bargis gibt es nur ein kurzes break, weil wir doch noch so viele Insider Trails bis nach Chur zu rocken haben. Den „No flow“ Trail gerade nach Bargis rechts hinein überlasse ich meinem Kollegen. Spüre noch den Respekt vom Sturz, daher lasse ich diesen Abschnitt aus. Bei der Spitzkehre treffe ich ihn wieder und ab nun lassen wir aber keinen mehr aus. Darunter hat es auch für mich einige Neue, die ich bei der Planung eingebaut habe.

Wir kommen voll auf unsere Rechnung, diese neuen Trails sind wirklich genial und mit meinen Altbekannten dazu kann ich Alexander doch recht beeindrucken. Jetzt wird gebolzt was das Zeug hält.

Fazit: Eine Tour etwas vom Besten, was das Bündnerland zu bieten hat. Die Naturschönheiten und die vielen coolen Trails müssen mit einem langen Aufstieg von Trin Dorf verdient werden. Schwindelfreiheit sollte man auch sein. Die Trails sind nicht so schwierig, dafür an vielen Stellen nahe am Abgrund. Die Landschaft mit den Gletschermühlen nur schon allein wäre dieser Uphill wert. Bei uns ist bis Chur über 2000 Hm zusammengekommen, was sich in einem stetigen Auf und Ab widerspiegelt. Aber diese Trails von Flims bis Chur gibt der Tour das gewisse Flair. Nur für Konditionsstarke Biker zu empfehlen. Danke Alexander, dass Du mich begleitet hast und für deine immer ganz coolen Fotos. 🙂

https://www.relive.cc/view/vE6JmYLYMgO

E-MTB tauglich = 1 / Wattverbrauch = 1000 / 2 Akku dabei

1 = Sehr gut E-MTB tauglich (Pratisch keine oder nur sehr wenige Lauf / Tragepassagen)

2 = Gut E-MTB tauglich (Wenige Lauf / Tragepassagen)

3 = Beschränkt E-MTB tauglic (Einige Lauf / Tragepassagen)

4 = Nicht E-MTB tauglich (Viel Lauf / Tragepassagen)

 

Ein Gedanke zu „Alp Mora mit Alexander

  1. Alexander

    Wieder einmal ein super Bericht Hans, der mit den
    vielen tollen Bildern direkt Lust auf eine Wiederholung macht, die es definitiv geben wird!

    Insbesondere das Naturphänomen der Gletschermühlen und der Felsenweg mit Ausblick auf den Flimserstein sucht seinesgleichen 😲.

    Und das Trailfeuerweg von Trin „hinunter“ nach Chur, ah, es steht im lockeren „Auf und Ab“ 🤪😁, als Du wirklich keinen Deiner Hometrails ausgelassen hast 😁.

    Herzlichen Dank Hans für die spontane Einladung auf eine unvergessliche Tour. Für mich ist es definitiv die eindrücklichste Tour diesen Jahres.

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.